Ostasien : Zufriedenheit in China und Indonesien

Asien scheint mit Kopenhagen ganz zufrieden zu sein.

Daniel Kestenholz

Bangkok - Zwar sprachen Staaten wie Thailand von einem „Scheitern“. Die Spitzenpolitiker hätten „zu viele Differenzen nicht beilegen können“, so Premier Abhisit Vejjajiva – und seien einfach abgereist. China und Indonesien dagegen, die mit den USA weltgrößten Emittenten von Treibhausgasen, begrüßten den Ausgang der Klimarunde als „bedeutend und positiv“, so der chinesische Außenminister Yang Jiechi. Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono sprach gar euphorisch von einem Abkommen zur „Rettung der Erde“.

Schließlich hatte sich in Kopenhagen der Block um die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China durchgesetzt. Man erhielt das Abschlussdokument, das die führenden Schwellenländer immer anstrebten: „Industrie- und Entwicklungsnationen haben ganz verschiedene, historische Emissionsverpflichtungen und gegenwärtige Emissionswerte“, erklärte dazu Chinas Außenminister. „Also sollen sie auch verschiedene Verpflichtungen und Verantwortungen im Kampf gegen Klimawandel haben.“ Nicht ein Ziel, sondern ein guter neuer Beginn sei erreicht worden.

Die Gipfelresolution der Kompromisse ruft Nationen dazu auf, den Ausstoß von Treibhausgasen freiwillig zu senken. Was nicht besagt, dass das zum Sündenbock der Welt erkorene China nichts tun wird. Gerade die chinesische Industrie hat Solar- und Alternativenergien als lukrativen Markt erkannt. Doch nicht, um Zeichen zu setzen oder die Welt zu retten, sondern aus marktwirtschaftlichen Erwägungen: weil auf dem Weltmarkt steigende Nachfrage herrscht und Geld zu machen ist. Den Chinesen den schwarzen Peter für das Scheitern von Kopenhagen zuzuschieben ist zu simpel. Über verbesserte Energieintensität, also den Verbrach von weniger Fossilbrennstoff für höhere Wirtschaftsproduktivität, will China den Ausstoß von Treibhausgasen um 40 bis 45 Prozent senken. Das liegt knapp hinter den 50 Prozent, die Industrienationen bis 2050 anstreben.Daniel Kestenholz

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