Politik : Ostdeutsche Arbeitnehmer fühlen sich ausgebeutet

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Berlin Die Arbeitnehmer in Ostdeutschland sind deutlich unzufriedener als im Westen. Nach Beobachtung der IG Metall „haben sich autoritäre Befehlsstrukturen in vielen Betrieben erhalten bzw. noch verstärkt“. Die Arbeitszufriedenheit sei „auf einem Tiefpunkt“, Motivation und Leistungsbereitschaft würden geschwächt, was wiederum „die Innovationsfähigkeit der Betriebe verringert“, heißt es in einer Studie für ein „Zukunftsprogramm Ost“. Eine Befragung von Arbeitnehmern, die gen Westen abgewandert seien, habe ergeben, „dass sich 55 Prozent an ihrem ostdeutschen Arbeitsplatz ausgebeutet fühlen, aber nur 17 Prozent am neuen Arbeitsplatz in einem alten Bundesland“. Die Magdeburger Professorin Christiane Dienel, die die Befragung durchgeführt hat: „Die sind nicht weg wegen Arbeitslosigkeit, sondern wegen ihres Arbeitsplatzes.“

Die vergleichsweise schlechten Arbeitsbedingungen erklärt der Jenaer Industriesoziologe Rudi Schmidt auch mit der Schwäche von Gewerkschaften und Betriebsräten. „Die ostdeutschen Arbeitnehmer haben es nicht so gelernt wie im Westen, ihre Rechte einzufordern“, sagte Schmidt dem Tagesspiegel. alf

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