• Osten bekommt stärkeres Plus als der Westen: Rentensteigerung unterhalb der Inflationsrate

Osten bekommt stärkeres Plus als der Westen : Rentensteigerung unterhalb der Inflationsrate

Die Deutsche Rentenversicherung erwartet für das kommende Jahr nur einen geringen Anstieg der Renten. Allerdings soll die Erhöhung im Osten merklich kräftiger ausfallen - das wird für Diskussionen sorgen.

Im Osten stärkere Rentensteigerung als im Westen erwartet.
Im Osten stärkere Rentensteigerung als im Westen erwartet.Foto: dapd

Die Rente wird im kommenden Jahr voraussichtlich nur leicht steigen. Für Westdeutschland erwartet die Deutsche Rentenversicherung lediglich einen Anstieg der Altersbezüge um rund ein Prozent, wie die Vorsitzende des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund, Annelie Buntenbach, am Dienstag in Würzburg erklärte.

Da die Inflation derzeit bei rund zwei Prozent liegt, bliebe den rund 16 Millionen westdeutschen Rentnern am Ende netto weniger in Tasche. „Ich bedaure das sehr“, sagte Buntenbach. In Ostdeutschland dürfte das Plus mit rund drei Prozent allerdings etwas kräftiger ausfallen. Beide Prognosen würden aber mit aller Vorsicht gegeben, betonte Buntenbach. Endgültig festgelegt wird die Rentenanpassung im Frühjahr von der Bundesregierung.

Die Rentenanhebung für die etwa vier Millionen Rentner in Ostdeutschland könne 2013 deshalb höher ausfallen als in Westdeutschland, weil die Entgelte der Rentenversicherten in den neuen Bundesländern von 2010 auf 2011 stärker gestiegen seien als die für die Bestimmung des sogenannten Lohnfaktors zur Rentenberechnung zugrunde gelegten Löhne und Gehälter aller abhängig Beschäftigten - inklusive Beamter und Arbeitnehmer, die mit ihrem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung liegen.

Dies habe entsprechend nach oben korrigiert werden müssen, erklärte der Leiter Finanzen und Statistik der Deutschen Rentenversicherung, Ulrich Reineke. Gleichzeitig müssten in den alten Bundesländern nicht erfolgte Rentenkürzungen nachgeholt werden. Dadurch entstehe die Differenz. „Wir haben in jeder Rentenanpassung die Entwicklung unterschiedlicher Entgelte zu korrigieren“, sagte Reineke. Buntenbach betonte, ihr sei klar, dass die Kluft zwischen Ost und West zu „Diskussionen“ führen werde. Gleichwohl sei die das Ergebnis verschiedener technischer Faktoren.

Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, forderte eine einheitliche Rentenanhebung in Ost und West. Kipping sagte dem Tagesspiegel: "Ich bin dafür, dass die Renten bundesweit einheitlich genauso schnell steigen wie die Löhne. Dann würde es 2013 bundesweit rund drei Prozent mehr Rente geben."

Gerade in der Hauptstadt Berlin sei es "nicht vermittelbar, dass die Renten in Kreuzberg langsamer steigen als in Friedrichshain". Die Linken-Chefin ergänzte, die Ostrentenangleichung müsse innerhalb von fünf Jahren in einem vorher festgelegten Korridor kommen, "aber ohne Benachteiligung der Westrentner".

Für den Sozialverband Deutschland (SoVD) ist die geringe Rentenerhöhung für die westdeutschen Rentenempfänger „kein Grund zum Jubeln“. „Wenn sich die Zahlen bestätigen, reicht die Anpassung nicht ansatzweise aus, um die jahrelangen Kaufkraftverluste auszugleichen“, kritisierte SoVD-Präsident Adolf Bauer. Die Angst vor den sozialen Folgen nehme bei den Betroffenen stetig zu. (dapd/m.m.)

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