Politik : Oster-Etikette

Cordula Eubel

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Guten Appetit! Lassen Sie es sich schmecken. Das Osterei auf dem Frühstückstisch sieht so schön bunt aus. Nur leider übertüncht die Farbe eine wertvolle Ziffer, die Sie bestimmt nicht mehr erkennen können: null, eins, zwei oder drei? Ist Ihr Ei ökologisch aus artgerechter Haltung, aus Freiland- oder Bodenhaltung, oder stammt es etwa aus dem Käfig? Zur eierreichen Zeit um Ostern apellieren die Grünen an die Konsumenten: „Kein Ei mit drei“ (frei übersetzt: Kauft bloß keine Eier aus Käfighaltung!). Doch wie soll man das erkennen, wenn die bunte Farbe den Stempel überdeckt? Umweltaktivisten setzen sich deshalb dafür ein, dass auch vorgefärbte Eier deutlich sichtbar mit einer Ziffer gekennzeichnet werden sollen. Damit der Verbraucher schon im Laden oder spätestens direkt am Frühstückstisch überprüfen kann, wo das österliche Ei herkommt – und ob es auch wirklich von einem glücklichen Huhn gelegt wurde.

Nach bisher unbestätigten Informationen, die uns in diesen Tagen hinter den Linden zugetragen worden sind, wird im Bundestag unterdessen über die dreiundzwanzigste Novellierung der Osterhasen-Verordnung nachgedacht. Im Gespräch ist dem Vernehmen nach eine Kennzeichnungspflicht für Schokoladenhasen. Die folgenden Kategorien werden unter den Parlamentarieren angeblich diskutiert: null für hochwertige, fair gehandelte Bitterschokoladenhasen, eins für Tiere aus heimisch produzierter Vollmilchschokolade mit echten Kakaobestandteilen, zwei für die umgeschmolzenen Weihnachtsmänner, die aus dem Dezember übrig geblieben sind und drei für Schokohasen, die in ihrem Körper Lecithin aus genmanipuliertem Soja enthalten. Frohe Ostern!

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