Politik : Ostermärsche mit steigendem Zulauf

Frankfurt/Main - Tausende Menschen haben sich am Samstag in zahlreichen deutschen Städten trotz nasskalten Wetters an den traditionellen Ostermärschen gegen Krieg und Gewalt beteiligt. „Es gibt Aktionen quer durch die Republik“, sagte ein Mitarbeiter der zentralen Ostermarsch-Informationsstelle in Frankfurt. Überall melde sich die Friedensbewegung zu Wort. Trotz widriger Wetterbedingungen kämen etwas mehr Menschen zu den Protestaktionen als im vergangenen Jahr. „Es ist das Signal einer wirklichen Anti-Kriegs-Bewegung“, sagte der Sprecher der Infostelle und hessische Linken-Abgeordnete Willi van Ooyen. Die Proteste sollen bis Ostermontag fortgesetzt werden.

Im Südwesten protestierten mehr als 1000 Menschen in Stuttgart, Mannheim und Ellwangen vor allem gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr. „Der Irak-Krieg hat die Welt verändert. Rüstung tötet nicht nur im Krieg sondern auch im Frieden“, sagte die baden- württembergische Verdi-Chefin Leni Breymaier. Elisabeth Hartnagel, Schwester der von den Nazis ermordeten Widerstandskämpfer Sophie und Hans Scholl, sagte, die Rüstungsausgaben der Nato-Staaten in nur einer Woche würden ausreichen, um alle Menschen weltweit ein ganzes Jahr lang satt zu machen.

Aktionen gab es auch in Hannover, Wiesbaden, München, Augsburg und Erlangen. „Schluss mit den Auslandeinsätzen der Bundeswehr“, verlangten Ostermarschierer in München auf ihren Transparenten. Dort hatten sich rund 1500 Menschen versammelt. In Augsburg demonstrierten rund 120 Menschen auch gegen das gewaltsame Vorgehen Chinas in Tibet. In Wiesbaden beteiligten sich etwa 200 Menschen an einer Kundgebung und Demonstration. In Leipzig wurden 300 Teilnehmer erwartet. dpa

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