Ostermärsche : Tausende setzen Zeichen gegen "Bombodrom"

Ostermarsch gegen Schießübungen: Mehrere tausend Menschen haben in Nordbrandenburg die Bundesregierung aufgefordert, endgültig auf das sogenannte "Bombodrom" zu verzichten.

Bombodrom
Unsere Wahl: Kein Bombodrom!" - unter diesem Motto demonstrierten mehr als 10.000 Menschen. -Foto: dpa

FretzdorfUnter dem Motto "Unsere Wahl: Kein Bombodrom!" marschierten Veranstalterangaben zufolge mehr als 10.000 Demonstranten. Unter ihnen befanden sich auch etliche Politiker. Grünen-Chef Cem Özdemir sowie Regierungsvertreter aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern forderten die Bundesregierung auf, endlich die Pläne für das "Bombodrom" aufzugeben.

Özdemir appellierte an Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU): "Herr Jung, geben Sie die Heide frei, verzichten Sie auf weitere Rechtsmittel." Brandenburgs Staatskanzlei-Chef Clemens Appel sagte, die Nutzung des Areals bei Wittstock als Luft-Boden-Schießplatz "würde die Zukunft der Region zum Trümmerhaufen machen." Auch Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Henry Tesch (CDU) ließ in Fretzdorf ausrichten: "Das Bombodrom muss weg!"

Die Demonstration gegen das "Bombodrom" gilt als größte Osteraktion der deutschen Friedensbewegung. Die Bundeswehr will auf dem rund 14.000 Hektar großen Areal an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern extreme Tiefflüge trainieren und Übungsbomben abwerfen. Seit 17 Jahren kämpfen Anwohner, Tourismusbranche und die beiden Landesregierungen dagegen. Ende März hatte zudem das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eine Berufungsklage des Verteidigungsministeriums abgewiesen, die gegen die Aufhebung der Betriebserlaubnis gerichtet war. Momentan prüft die Bundeswehr eine mögliche Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht, da sie an dem Übungsplatz festhalten will.

Am Samstag hatten bei den traditionellen Ostermärschen nach Angaben der Organisatoren rund 7000 Menschen in 30 Städten für Frieden und Abrüstung demonstriert. Am Ostermontag sind zum Abschluss in weiteren knapp 20 Städten Aktionen geplant. Größere Kundgebungen werden in Frankfurt, Hamburg und Nürnberg erwartet. (rf/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben