Politik : Osthoff möchte wieder in den Irak

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Berlin/Kairo - Ungeachtet aller Warnungen will die vor gut einer Woche aus der Geiselhaft entlassene Deutsche Susanne Osthoff in den Irak zurückkehren. Sie wolle dort ihre Arbeit als Archäologin fortsetzten, sagte sie in einem am Montag ausgestrahlten Interview des arabischen Senders „Al Dschasira“. Einen genauen Zeitpunkt nannte die 43-Jährige in ihrem ersten öffentlichen Auftritt seit ihrer Freilassung nicht. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte Osthoff auf, dies nicht zu tun. „Ich appelliere an Frau Osthoff, von ihren Plänen, in den Irak zurückzukehren, Abstand zu nehmen.“ Steinmeier betonte: „Nach intensiven Anstrengungen vieler Beteiligter über drei Wochen, die schließlich zu ihrer Freilassung führten, hätte ich wenig Verständnis, wenn Frau Osthoff sich erneut in eine Gefahrensituation begeben würde.“ Die aus Bayern stammende Frau war Ende November im Irak verschleppt worden und am Sonntag vor einer Woche freigekommen. Derzeit hält sie sich vermutlich in einem anderen arabischen Land auf.

Osthoff sagte, sie sei von ihren Entführern gut behandelt worden, vor allem nachdem sie mit ihnen darüber diskutiert habe, dass Deutschland nicht am Krieg im Irak beteiligt war. „Als ich Arabisch mit ihnen gesprochen habe, erkannten sie, dass ich nicht ihr Feind war und sie mich der Botschaft übergeben müssen.“ Osthoff sagte, nachdem die Entführer festgestellt hätten, dass sie eine Archäologin sei, hätten sie sie an einen „sichereren und sauberen Ort“ gebracht. Die Kidnapper hätten dennoch Nutzen aus der Entführung ziehen wollen. Sie hätten ihr gesagt, sie wollten kein Lösegeld, aber humanitäre Hilfe von Deutschland.

Die Bundesregierung kündigte an, im Irak keine Projekte mehr zu unterstützen, die mit einem Aufenthalt Osthoffs in dem Land verbunden wären. Osthoffs Projekt, in der nordirakischen Stadt Arbil ein deutsches Kulturzentrum aufzubauen, sei jetzt aber offensichtlich vom Tisch. Auch die vom Auswärtigen Amt mit 40 000 Euro geförderte Sanierung einer Karawanserei in Mossul solle nicht mehr fortgeführt werden. dpa

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