Politik : OSZE: Internationale Polizeitruppe soll in Albanien eingreifen

Bundeswehrsoldaten schießen bei Evakuierung von Deutschen und Ausländern auf angreifende Albaner TIRANA/BONN (AFP).Angesichts der chaotischen Lage im ganzen Land hat der OSZE-Gesandte Franz Vranitzky am Freitag den Einsatz einer internationalen Polizeitruppe in Albanien gefordert.Diese Operation solle im Rahmen einer "Koalition der willigen" Länder erfolgen.Der OSZE-Vorsitzende Petersen nannte einen solchen Einsatz anschließend wahrscheinlich.Die Kämpfe in Albanien forderten mittlerweile mehr als hundert Tote.Sechs Bundeswehrhubschrauber haben unterdessen rund 100 Deutsche und Ausländer aus Albanien evakuiert.Dabei sollen Bundeswehrsoldaten auf angreifende Albaner geschossen haben. Vranitzky hatte sich auf einem italienischen Schiff in der Adria mit dem neuen albanischen Regierungschef Bashkim Fino getroffen.Die OSZE-Delegation und Fino hätten übereinstimmend festgestellt, daß Albanien "nicht in der Lage sein wird, mit den eigenen Sicherheitskräften die Ordnung im Lande wiederherzustellen". Die Übergangsregierung in Tirana rief Soldaten und Polizisten im Lande auf, zu ihren Einheiten zurückzukehren.Nach dem Appell der Regierung an die Streitkräfte fuhren in Tirana drei Schützenpanzer und andere bewaffnete Fahrzeuge auf. Die Bundeswehr Aktion war am Nachmittag nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Bonn erfolgreich abgeschlossen worden.Unter den Evakuierten seien auch Österreicher und Ungarn.Bei der Evakuierungsaktion haben Bundeswehrsoldaten das Feuer auf angreifende Albaner erwidert, wie im türkischen Fernsehen zu sehen war.Die Angreifer schossen demnach aus einem Lastwagen heraus auf die Menschen. Die USA unterbrachen die Evakuierung von Botschaftsangehörigen und anderen US-Bürgern aus Tirana am Freitag, nachdem eine Boden-Luft-Rakete auf einen amerikanischen Hubschrauber abgefeuert worden war.408 Amerikaner waren bereits mit Hubschraubern ausgeflogen worden. Bundeskanzler Kohl hatte sich im Laufe des Tages noch gegen eine militärische Intervention gewandt.Er wüßte nicht, mit welchem Auftrag man Soldaten in das Land schicken könnte. Mit alten Patrouillenbooten sind Hunderte Albaner über die Adria nach Italien geflohen.Unter den Flüchtlingen sind auch enge Familienangehörige von Präsident Berisha.

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