Oxfam : Fünf Millionen Afghanen im Winter von Hungerkrise bedroht

In Afghanistan könnten im kommenden Winter nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam fünf Millionen Menschen Hunger leiden. Besonders Frauen und Kinder sind gefährdet.

KabulDa von den benötigten Geldern bisher nur ein Bruchteil gespendet worden sei, werde die Zeit zur Verhinderung einer humanitären Krise knapp, warnte Oxfam am Samstag in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Von den in einem Spendenaufruf im Juli geforderten 404 Millionen Dollar (rund 275 Millionen Euro) seien bislang weniger als ein Fünftel zusammengekommen.

"Große Teile Afghanistans sind von einer Krise bedroht, die sich aus mehreren Faktoren zusammensetzt, darunter der harte Winter, hohe Lebensmittelpreise, Trockenheit sowie zunehmende und sich ausbreitende Unsicherheit", erklärte Oxfam weiter. Eine der am härtesten betroffenen Regionen ist demnach die zentralafghanische Provinz Daikundi, wo Oxfam zufolge die Situation so schlimm ist wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr.

Gezielter Einsatz nötig

"Da es nahezu unmöglich ist, während des harten afghanischen Winters Hilfe in den ländlichen Gegenden zu leisten, ist nun ein gezielter Einsatz nötig, um eine Krise abzuwenden", teilte die Organisation weiter mit. "Dies ist ein Rennen gegen die Zeit und die internationale Gemeinschaft muss schnell reagieren, bevor sich im Winter die Bedingungen verschlechtern." Die Gesundheit von einer Million Kinder sowie einer halben Million Frauen sei durch Unterernährung ernsthaft gefährdet, warnte Oxfam. Um die erforderlichen Hilfsleistungen zu erbringen seien nicht genug Mitarbeiter der Vereinten Nationen in Afghanistan, teilte die Hilfsorganisation weiter mit.

Oxfam forderte in einem Brief an zahlreiche Entwicklungsminister, das Spendenloch zu füllen, die afghanische Landwirtschaft zu unterstützen und bei der Bewältigung der drohenden Hungerkrise zu helfen. Bei einer unzureichenden oder zu langsamen Hilfe drohten neben Auswirkungen auf die Gesundheit zahlreicher Afghanen auch öffentliche Unruhen und somit eine Verschlechterung der Sicherheitslage. (mfa/AFP)

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