Pakistan : Acht Tote bei Anschlag auf dänische Botschaft

Bei einem Selbstmordanschlag auf die dänische Botschaft in Pakistan sind bis zu acht Menschen ums Leben gekommen, darunter auch ein Däne. 27 weitere seien bei dem Anschlag in der Hauptstadt Islamabad am Montag verletzt worden, berichteten pakistanische Staatsmedien und Behörden. Die USA und die Europäische Union verurteilten das Attentat, zu dem sich zunächst niemand bekannte.

PAKISTAN-DENMARK
Pakistanische Sicherheitskräfte riegelten die dänische Botschaft nach dem Anschlag weitläufig ab. -Foto: AFP

Islamabad/KopenhagenAcht Menschen seien bei der heftigen Explosion vor der dänischen Botschaft getötet worden, berichteten Pakistans staatliche Nachrichtenagentur und das Staatsfernsehen. Der pakistanische Innenminister Rehman Malik sprach von mindestens sechs Toten, darunter zwei Polizisten, sowie 27 Verletzten. Unter den Toten ist nach Angaben des Außenministeriums in Kopenhagen auch ein Däne. Der in Pakistan geborene Mann sei dänischer Staatsbürger gewesen, habe allerdings nicht zum Botschaftspersonal gehört.

Rasmussen
: "Schreckliches, feiges Verbrechen".

Dänemarks Regierungschef Anders Fogh Rasmussen verurteilte die Tat als "schreckliches, feiges Verbrechen". Der dänische Außenminister Stig Moeller wertete den Anschlag als Versuch, "die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu zerstören".

Zwei in der Botschaft angestellte pakistanische Mitarbeiter seien getötet worden, erklärte das dänische Außenministerium weiter. Die vier dänischen Staatsangehörigen in der Botschaft, darunter der Geschäftsträger, blieben demnach unverletzt. Der dänische Botschafter in Pakistan wird derzeit durch einen Geschäftsträger vertreten, die meisten ausländischen Mitarbeiter haben das Land in den vergangenen Monaten wegen Anschlagsdrohungen verlassen.

Reaktion auf Mohammed-Karikaturen?

Pakistans Innenminister Malik sagte mit Blick auf die erstmals 2005 veröffentlichten Karikaturen des Propheten Mohammed, die "feige" Tat könne eine "Reaktion auf die in Dänemark veröffentlichten gotteslästerlichen Zeichnungen" sein.

Die Karikaturen waren im Februar erneut in dänischen Zeitungen abgedruckt worden und hatten in einigen muslimischen Ländern zu gewaltsamen Proteste und Drohungen gegen dänische Einrichtungen geführt.

Verbindung zu Al-Qaida

"Das Ziel der Aktion dieser Kriminellen war es, die Beziehungen zwischen Pakistan, seiner Bevölkerung und Dänemark zu zerstören", sagte Moeller. Er vermutete, das Attentat könne im Zusammenhang mit den jüngsten Gewaltaufrufen von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden wegen der Stationierung dänischer Truppen in Afghanistan stehen. Dänemarks Regierungschef Anders Fogh Rasmussen sagte in seinem Wohnort Marienborg, Dänemark werde seine Außen- und Sicherheitspolitik nicht aufgrund von Terror verändern.

US-Präsident George W. Bush erklärte in Washington, der Anschlag sei eine "Erinnerung für Pakistans Regierung und alle Regierungen, dass der Terrorismus real ist". Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana verurteilte in Brüssel den "skandalösen Terror-Anschlag". (iba/AFP)

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