Pakistan : Deutschland stockt Flüchtlingshilfe auf

Pakistanische Regierungstruppen setzen ihre Großoffensive im Swat-Tal und benachbarten Regionen gegen die radikal-islamistische Taliban fort. Die Bundesregierung will Millionen Euro für die Flüchtlinge unter der Zivilbevölkerung zur Verfügung stellen.

Mindestens 52 Aufständische sollen bei den Gefechten getötet worden sein. Der Sicherheitsberater der Regierung, Rehman Malik, erklärte, die Militäroperation werde so lange dauern, "bis der letzte Extremist vertrieben ist".

Seit Beginn der Offensive in der vergangenen Woche seien 450 Aufständische getötet worden. Mehr als eine halbe Million Menschen sind bereits aus der Region im Nordwesten Pakistan geflohen. 269.000 Menschen haben sich in Auffanglagern registrieren lassen.

Angesichts dieser Massenflucht will die Bundesregierung in den nächsten Tagen drei Millionen Euro Soforthilfe stellen. Das Geld soll an das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und andere Hilfsorganisationen fließen. Es soll dazu verwendet werden, Zelte und Decken an die Flüchtlinge zu verteilen und die Wasserversorgung zu sichern. Bislang hatte das Auswärtige Amt in diesem Jahr rund 1,6 Millionen Euro für humanitäre Hilfsleistungen in Pakistan zugesagt. Der deutsche Sonderbeauftragte für Afghanistan und Pakistan, Bernd Mützelburg, sagte: "Solange es in Pakistan ein Sanktuarium für die Taliban gibt, wird es nicht gelingen, Afghanistan zu sichern."

Bei einem neuen Selbstmordanschlag in der Nordwest-Grenzprovinz kamen am Montag zehn Menschen ums Leben. Wie die Polizei mitteilte, wurden 26 weitere Menschen verletzt, als der Täter den in seinem Auto versteckten Sprengsatz an einem Kontrollposten der Sicherheitskräfte zündete. Unter den Todesopfern seien zwei Polizisten und acht Zivilisten. Der Anschlag ereignete sich din der etwa 40 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Peshawar gelegenen Region Darra Adam Khel. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat. (sp/dpa)

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