Pakistan : Dutzende Tote nach Luftangriffen

Im pakistanischen Stammesgebiet Süd-Waziristan haben US-Drohnen eine Trauergemeinde der Taliban bombardiert. Mindestens 45 Menschen wurden getötet

IslamabadWie aus Sicherheitskreisen verlautete, feuerte ein unbemanntes Kampfflugzeug Raketen auf einen mutmaßlichen Unterschlupf der radikal-islamischen Taliban. Das Gebäude wurde zerstört, mindestens sieben Menschen starben.

Wenige Stunden später wollten Trauergäste einen bei diesem Angriff getöteten Kommandanten der Aufständischen beerdigen, wurden jedoch von einer weiteren Drohne unter Beschuss genommen. Den Angaben zufolge kamen dabei mindestens 45 Menschen ums Leben. Die "New York Times" sprach sogar von mindestens 60 Toten.

Auch die pakistanische Luftwaffe flog Angriffe gegen die Taliban. Dabei seien sechs weitere Menschen getötet worden, hieß es. Nach ihrer Offensive im Swat-Tal geht die Regierung in Islamabad nun auch in Süd-Waziristan gegen die Islamisten vor. Ziel ist es, die Bewegung Tehrik-e-Taliban des pakistanischen Extremisten-Führers Baitullah Mehsud auszuschalten. Erst am Montag hatten Luftangriffe in der Grenzregion 21 Tote gefordert. Zehntausende Menschen sind laut UN-Angaben vor den Kämpfen auf der Flucht.

Mehsud soll enge Verbindungen zu Taliban-Gruppen und Al-Qaida-Terroristen haben, die im Nachbarland Afghanistan aktiv sind und die Stammesregion als Rückzugsraum nutzen. Zudem soll er für das Attentat auf Pakistans Oppositionsführerin Benasir Bhutto im Dezember 2007 verantwortlich sein.

Unterdessen scheint sich in der Region ein Machtkampf zwischen den Stämmen anzubahnen. So ist laut "New York Times" der Stammesführer Qari Zainuddin, ein ehemaliger Verbündeter Mehsuds, einem Attentat zum Opfer gefallen. Offenbar wurde er durch einen Wachmann Mehsuds getötet. Dem Bericht zufolge hatte Zainuddin das pakistanische Militär im Kampf gegen die Tehrik-e Taliban unterstützt. Zudem soll er sich bemüht haben, innerhalb der Stämme eine Opposition gegen Mehsud aufzubauen.

ZEIT ONLINE, rf, dpa, Reuters

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