Pakistan : Flüchtlingsströme durch Angriffe auf radikale Islamisten

Rund 40.000 Pakistani haben ihre Heimat in Süd-Waziristan verlassen. Dort bekämpft das Militär islamistische Rebellen.

Den Vereinten Nationen (UN) zufolge suchen 80 Prozent der Flüchtlinge bei Verwandten und Freunden Zuflucht. Unterstützung zu leisten, sei daher eine besondere Herausforderung für die Hilfsorganisationen.

Die neuen Flüchtlingsströme aus Süd-Waziristan erhöhen laut UN die Notwendigkeit für Spenden. Bislang seien etwa 35 Prozent der bei der internationalen Gemeinschaft erbetenen Hilfsgelder eingegangen, sagte der UN-Sondergesandte Abdul Aziz Arrukban am Montag. Die UN wollten 543 Millionen Dollar für die insgesamt zwei Millionen Flüchtlinge im Nordwesten Pakistans sammeln. Für die Hilfsleistungen im Krisengebiet braucht die UN eigenen Angaben zufolge täglich zwei Millionen Dollar.

Bei Luftangriffen des pakistanischen Militärs auf Stellungen der radikal-islamischen Taliban im halbautonomen Stammesgebiet sind 21 Menschen gestorben. Unter den Toten seien 15 Aufständische. Zudem starben den Angaben zufolge drei Frauen und drei Kinder, als Kampfflugzeuge das Haus eines Taliban-nahen islamischen Geistlichen beschossen.

Nach den Kämpfen im Swat-Tal geht das Militär seit Tagen massiv gegen die Bewegung Tehrik-e-Taliban des pakistanischen Extremisten-Führers Baitullah Mehsud in Süd-Waziristan vor. Mehsud wird für zahlreiche blutige Anschläge in Pakistan verantwortlich gemacht. Zudem soll er enge Verbindungen zu Taliban-Gruppen und El-Kaida-Terroristen haben, die im Nachbarland Afghanistan aktiv sind und die Stammesregion als Rückzugsraum nutzen. Für Mehsuds Ergreifung hat die Regierung in Islamabad ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar (3,5 Millionen Euro) ausgesetzt.

Sorge bereitet die Frage, was passiert, wenn pakistanische Atomwaffen in die Hände der Aufständischen geraten. Die Regierung in Islamabad hat zwar bereits mehrfach betont, dass die Waffen sicher gelagert seien. Aber am Sonntag hatte der  Al-Qaida-Chef in Afghanistan, Abu al-Jasid, erklärt, seine Organisation würde im Fall eines Sieges gegen die Armee die Atomwaffen gegen die USA einsetzen.

ZEIT ONLINE, dpa, sp

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