Pakistan : Gouverneur: US-Angriff tötet Taliban und Zivilisten

In Pakistan sind bei einem Raketenangriff der US-geführten Koalitionstruppen offenbar mehrere Dutzend Menschen getötet worden. Nach offiziellen Angaben sind darunter auch viele Extremisten - die radikal-islamischen Taliban bestreiten dies.

Kabul/IslamabadBei einem US-Luftangriff in der westafghanischen Provinz Nimros sind nach offiziellen afghanischen Angaben 35 Taliban-Kämpfer und sechs Zivilisten getötet worden. Provinzgouverneur Ghulam Dastagir Asaad sagte am Montag, unter den Toten des Angriffs in der Nacht zuvor seien drei hochrangige Anführer der Aufständischen gewesen. Die US-geführten Koalitionstruppen teilten mit, bei Feuergefechten und Luftangriffen in Nimros seien mehrere Extremisten getötet worden. Die Koalition machte keine Angaben zu getöteten Zivilisten. Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi sagte, alle Toten bei dem Angriff seien Zivilisten gewesen. Die Aufständischen hätten keine Verluste zu beklagen gehabt.

In der südostafghanischen Provinz Paktia kamen am Montag zwei Bauern ums Leben, als ihr Traktor auf eine Mine fuhr. Der Vize-Polizeichef der Provinz, Dastagir Rostamyar, sagte, zwei weitere Zivilisten seien eine Stunde später in derselben Region in eine Sprengfalle geraten und getötet worden. Die Sprengsätze seien von den Taliban gelegt worden und hätten offensichtlich Regierungstruppen gegolten. Bei einem dritten Anschlag in Paktia sei ein Polizeijeep getroffen worden, die Polizisten seien aber nicht zu Schaden gekommen. Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid sagte dagegen, alle Insassen des Polizeijeeps seien getötet worden.

Sicherheitslage hat sich verschärft

Bei einem angeblichen Raketenangriff auf das Haus eines Taliban-nahen Geistlichen im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan wurden am Montag mindestens acht Menschen getötet. Ein Augenzeuge namens Wali Mohammed sagte, die Rakete sei von einer amerikanischen Drohne abgefeuert worden. Behördenvertreter gingen dagegen davon aus, in dem Haus des Geistlichen Haji Namdar im Khyber-Distrikt sei Sprengstoff explodiert. Durch den Distrikt, in dem Extremisten verstärkt aktiv sind, führt die wichtigste Überland-Nachschubroute der Nato-Truppen in Afghanistan. Die pakistanische Armee hat vor wenigen Tagen eine Offensive gegen die Rebellen begonnen.

Der pakistanische Premierminister Yousaf Raza Gilani versicherte US-Vizeaußenminister Richard Boucher am Montag bei dessen Besuch in Islamabad, sein Land werde nicht mit militanten Extremisten verhandeln. Die neue pakistanische Regierung hatte zuvor versucht, Friedensabkommen mit den Aufständischen auszuhandeln. Seitdem hat sich die Sicherheitslage in der Grenzregion deutlich verschärft. (jam/dpa)

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