Politik : Pakistan lässt Sharif nicht kandidieren

Islamabad - Eine Woche nach seiner Rückkehr aus dem Exil hat die Wahlkommission den pakistanischen Oppositionsführer Nawaz Sharif von der bevorstehenden Parlamentswahl ausgeschlossen. Die Wahlbehörde in Sharifs Heimatstadt Lahore teilte am Montag mit, der Ex-Premierminister sei vorbestraft und dürfe deswegen bei der Wahl am 8. Januar nicht kandidieren. Sharif betonte in Islamabad: „Es ist mir egal, auch wenn meine Bewerbungsunterlagen hundertmal abgelehnt werden. Ich kämpfe nicht dafür, an die Macht zu kommen, sondern für die Rechte des pakistanischen Volkes.“ Die Wahlkommission schloss am Montag auch den Bruder des Ex-Premierministers, Shahbaz Sharif, wegen Vorstrafen von der Wahl aus.

Nawaz Sharif hatte als Premierminister 1999 erfolglos versucht, einem Linienflugzeug mit dem damaligen Armeechef Pervez Musharraf und zahlreichen Zivilisten an Bord die Landung in Pakistan zu verweigern. Musharraf hatte sich kurz darauf unblutig an die Macht geputscht. Sharif war anschließend wegen Luftpiraterie, Hochverrats und Korruption verurteilt worden. Musharraf hatte ihn unter der Bedingung, ins Exil zu gehen, begnadigt. Am 25. November war Sharif aus Saudi-Arabien zurückgekehrt.

Nawaz Sharif kündigte einen Wahlboykott eines Bündnisses oppositioneller Parteien an, dem seine Pakistanische Muslim-Liga (PML-N) angehört. Erstmals seit seiner Rückkehr flog er in die Hauptstadt Islamabad, wo er am Montagabend mit seiner Rivalin Benazir Bhutto, der Chefin der Pakistanischen Volkspartei (PPP), zusammenkommen wollte. Sharif wollte Bhutto davon überzeugen, sich dem Wahlboykott anzuschließen. Die PPP ist die größte Oppositionspartei. Bhutto hat bereits das Wahlprogramm der PPP vorgestellt und am Wochenende mit dem Wahlkampf begonnen.

Musharraf sagte am Montag bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Abdullah Gül in Islamabad, Pakistan sei auf dem Weg zur Demokratie. Er rief die Opposition erneut dazu auf, an der Parlamentswahl am 8. Januar teilzunehmen. Musharraf war in der vergangenen Woche vom Amt des Armeechefs zurückgetreten und hatte sich für weitere fünf Jahre als ziviler Präsident vereidigen lassen. Kurz darauf kündigte er an, der international umstrittene Ausnahmezustand in Pakistan werde am 16. Dezember aufgehoben. dpa

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