Politik : Pakistan: Marsch auf Islamabad

Harald Neuber

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen radikaler Islamistengruppen und afghanischer Flüchtlinge im Westen Pakistans hat die zuständige Provinzregierung angekündigt, den "Kampf gegen Terroristen" im eigenen Land zu verstärken. Afghanischen Flüchtlingen ist es künftig verboten, an Demonstrationen teilzunehmen.

General Musharraf kündigte am Donnerstag in Islamabad ein "unnachgiebiges Vorgehen"; gegen alle Gewalttäter an. "Wir werden keine extremistischen Taten akzeptieren, durch die das nationale Ansehen gefährdet wird", so Musharraf. Die Gouverneure der betroffenen Provinzen sind daraufhin von der Zentralregierung autorisiert worden, die Anti-Terror-Gesetze anzuwenden, wenn es ihnen notwendig erscheint. Derweil kündigte die Partei Jamiat-e-Ulema-e-Islam (JUI) an, einen Marsch auf Islamabad zu organisieren.

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Umfrage: Befürchten Sie eine Eskalation der Gewalt? Die Stimmung in Pakistan wird umso gereizter, je mehr Nachrichten über zivile Opfer aus Afghanistan kommen. Die Taliban-Milizen sprechen inzwischen von "hunderten Todesopfern". Nachdem in der Nacht zum Mittwoch das afghanische Dorf Deh Sabs nach Aussagen von Bewohnern von einer Rakete getroffen worden sein soll, berichtet die liberale Tageszeitung "Frontier Post" von Raketeneinschlägen nahe der Universität von Nanghahar. Überprüfen lassen sich diese Berichte nicht.

Als bestätigt gilt indes, dass US-amerikanische Militärflugzeuge den Flughafen im pakistanischen Jacobabad, in der Provinz Sindh, benutzen. Pevrez Musharraf hatte dies zuletzt bei einer Pressekonferenz am Montag ausgeschlossen. Die Nutzung pakistanischer Flughäfen im Zusammenhang mit den Militärschlägen provoziert die radikalen Kräfte in Pakistan zu einem Zeitpunkt, zu dem die Situation im Westen des Landes schwer unter Kontrolle zu halten ist.

In der "Tribal Area", einer Region unter Kontrolle von lokalen Clans entlang der Grenze, haben Aktivisten inzwischen begonnen, für den "Heiligen Krieg" gegen die USA zu mobilisieren. Nach Presseberichten sind 3000 Fundamentalisten nach Afghanistan aufgebrochen, um den Taliban beizustehen.

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