Pakistan : Mindestens 36 Extremisten bei Unruhen getötet

Kurz nach der Wahl des Bhutto-Witwers Zardari zum neuen Präsidenten Pakistans brechen die Unruhen in den umkämpften Stammesgebieten im Nordwesten des Landes wieder auf. Am Mittwoch wurden mindestens 36 Extremisten getötet, auch Zivilisten und Soldaten kamen ums Leben. Die USA blicken besorgt in die Krisenregion.

Islamabad/WashingtonBei Kämpfen mit radikalen Islamisten in den Unruheregionen im Nordwesten Pakistans sind nach Armeeangaben vom Mittwoch mindestens 36 Extremisten getötet worden. Bei den bewaffneten Auseinandersetzungen mit Rebellen im halbautonomen Stammesgebiet Bajaur seien mindestens 25 Extremisten und sechs Soldaten getötet worden, gab ein Armeesprecher in der Hauptstadt Islamabad bekannt. In einer benachbarten Provinz im unruhigen Swat-Tal starben mindestens elf radikalislamische Kämpfer. Bei einem Angriff auf eine Moschee im Nordwestgrenzprovinz starben unterdessen nach Medienberichten mindestens zwölf Menschen.

Die pakistanischen Streitkräfte hatten am 6. August in Bajaur eine groß angelegte Offensive gegen die Extremisten gestartet, sie Anfang September jedoch unterbrochen. Stammesführer hatten gedroht, ihre Unterstützung für eine Kandidatur Asif Ali Zardaris für das Präsidentenamt zurückzuziehen. Die Offensive wurde am 6. September fortgesetzt, nachdem Zardari von einer Wahlversammlung in Islamabad zum Nachfolger des vor drei Wochen zurückgetretenen Präsidenten Pervez Musharraf gewählt worden war.

"Neue und umfassende militärische Strategie" - auch für Pakistan

Im Swat-Tal kämpfen bewaffnete Anhänger des Extremistenführers Maulana Fazlullah für ein Taliban-ähnliches Regime samt islamischem Recht (Scharia). Eigentlich herrscht in dem früheren Touristengebiet seit Mai ein Friedensabkommen zwischen Regierung und Extremisten. Dieses Abkommen sieht einen schrittweisen Rückzug der Sicherheitskräfte vor.

Unbekannte Täter zündeten indes in einer Moschee in der Ortschaft Masakai in der Nordwestgrenzprovinz Handgranaten und eröffneten das Feuer auf Gläubige, berichtete der Fernsehsender Dawn News unter Berufung auf die Polizei. Es seien mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 37 verletzt worden. Der Sender Geo TV sprach von 25 Toten. Der Hintergrund der Tat sei noch unklar.

US-Generalstabschef Michael Mullen soll unterdessen die amerikanischen Streitkräfte angewiesen haben, eine "neue und umfassende militärische Strategie" für den Afghanistan-Einsatz auszuarbeiten, die auch die Grenzregionen in Pakistan miteinbeziehe. In dem Nachbarland werden Schlupfwinkel der afghanischen Rebellen vermutet, die ihre Angriffe gegen die ausländischen Truppen in Afghanistan in den vergangenen Monaten deutlich verstärkt haben. (nis/dpa/AFP)

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