Pakistan : Ministerpräsident will Terroristen „auslöschen“

Nach dem verheerenden Selbstmordanschlag während eines Volleyballspiels in Pakistan hat Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani die internationale Hilfe im Kampf gegen Extremisten beschworen.

Peschawar - Pakistan könne die „Terroristen auslöschen“ und werde von der internationalen Gemeinschaft dabei unterstützt, sagte Gilani. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte den Anschlag, bei dem mindestens 93 Menschen starben.

„Die ganze Nation ist gegen die Terroristen“, sagte Gilani vor Journalisten in Islamabad. Sie würden aus dem Ausland gelenkt und wollten die Regierung destabilisieren. Doch die Behörden seien entschlossen, sie zu bekämpfen. Am Anschlagsort im Dorf Schah Hasan Khan im nordwestlichen Bezirk Bannu liefen unterdessen die Ermittlungen und Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Ermittler suchten im noch immer mit Leichenteilen übersäten Trümmerfeld nach Hinweisen.

Nach ersten Erkenntnissen hatte der Selbstmordattentäter am Freitag einen mit rund 300 Kilogramm Sprengstoff beladenen Kleintransporter in die Luft gejagt. Dutzende Menschen wurden durch die wuchtige Detonation verletzt. Mehr als 20 Häuser in der Nähe stürzten ein und begruben teils ganze Familien unter sich.

Augenzeugen beschrieben den Moment der Explosion. „Ich sah einen riesigen blau- weißen Blitz, gefolgt von einem ohrenbetäubenden Knall“, sagte der 33-jährige Ramzan Bittani. Er hatte das Sportfeld kurz zuvor wegen eines Telefonanrufs verlassen. Der 18-jährige Student Anwer Khan erinnerte sich, dass er gerade aus seinem Haus trat, als „eine gigantische Flamme in den Himmel schoss“. Alles sei „blendend hell erleuchtet“ gewesen, „wie bei einem Blitz“, und dann habe ein „gewaltiger Knall alles erschüttert“.

In der Nacht zum Samstag seien fünf weitere Menschen an ihren schweren Verletzungen gestorben, sagte der Bezirkspolizeichef von Bannu, Mohammad Ayub Khan. Polizeiangaben zufolge hatten sich mehr als 200 Zuschauer zu dem Spiel zweier Dorfmannschaften auf dem Sportplatz versammelt. Die Partie wurde von einem Friedenskomitee veranstaltet. Es war der schwerste Anschlag in Pakistan seit dem 28. Oktober, als eine Autobombe 125 Menschen auf einem Markt in Peschawar, der Hauptstadt der unruhigen Nordwest-Provinz, in den Tod riss.

Das nahe Krankenhaus war von dem Notfall überfordert. Viele Verletzte beklagten die unzulängliche Versorgung. Es gebe keine Betten und Ärzte seien auch nicht da, sagte der an der Schulter verletzte Tai Alam. In Schah Hasan Khan wurden unterdessen die ersten zehn Toten mit einem Sammelbegräbnis beerdigt. Auch sechs Kinder waren unter den Anschlagstoten.

In den nordwestlichen Stammesgebieten sprengten Aufständische derweil eine staatliche Grundschule und eine Oberschule für Jungen sowie ein Gesundheitszentrum in die Luft. Menschen seien bei den Anschlägen nicht zu Schaden gekommen, hieß es. AFP

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