Politik : Pakistan: Proteste gegen Präsidenten

Islamabad/Berlin - Kurz bevor sich Präsident Pervez Musharraf am Samstag für weitere fünf Jahre im Amt bestätigen lassen will, gingen nicht nur tausende Menschen in vielen Städten Pakistans gegen den Alleinherrscher auf die Straße. In dem Zusammenhang ist auch der Konflikt zwischen Justiz und Regierung erneut angeheizt worden. Nachdem am Wochenende bei einer Anti-Musharraf-Demonstration die Polizei Dutzende Protestierende geschlagen und verletzt hatte, verlangte der Oberste Gerichtshofs am Montag, die zwei obersten Polizeibeamten der Hauptstadt Islamabad und einen weiteren Beamten vom Dienst zu suspendieren. Innenminister Sherpao bestätigte dies ohne weitere Angaben.

Journalisten und Anwälte hatten gegen die Wiederwahl Musharrafs protestiert. Zuvor war eine Beschwerde gegen dessen Zulassung zur Präsidentenwahl vor dem Obersten Gerichtshof gescheitert. Der General, der sich 1999 an die Macht geputscht hatte, hat die Armeeführung bisher nicht aufgegeben. Jetzt hat er angekündigt, nach der Wahl die Uniform auszuziehen, der genaue Termin ist unklar.

Auch die Gewaltwelle setzte sich fort, die Pakistan seit Monaten im Griff hält. Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Polizeiposten im Nordwesten wurden mindestens 15 Menschen getötet und 19 weitere verletzt, elf der Toten waren offenbar Zivilisten. Der Polizeichef des nahe der afghanischen Grenze gelegenen Distrikts Bannu sagte, der als Frau getarnte Attentäter habe den Sprengsatz unter einer Burka versteckt. Nach Medienberichten wurde in der Gegend ein Konvoi mit Sicherheitskräften erwartet. Bannu liegt am Rande des halbautonomen Stammesgebiets Nordwasiristan. Der Nachrichtensender Geo TV berichtete, bei zwei weiteren Angriffen in Nordwasiristan seien fünf Soldaten verletzt worden. cir/dpa

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