Pakistan : Regierung rüstet zum Kampf gegen Taliban

Die pakistanische Regierung hat offenbar Truppen in die von den Taliban besetze Region Buner geschickt.

IslamabadDie pakistanische Regierung reagiert auf die Besetzung der Region Buner durch militante Kämpfer der Taliban und hat eigene Truppen in das Gebiet geschickt, wie BBC meldet. Beim Einmarsch der pakistanischen Streitkräfte sei mindestens ein Soldat von Rebellen der Taliban getötet worden, heißt es weiter. Die Truppen sollen vor allem die Regierungsgebäude in der Region beschützen. Die Taliban hatten zuvor im Distrikt Buner, der nur rund 100 Kilometer von der Hauptstadt Islamabad entfernt liegt, an strategischen Stellen Befestigungen und Straßenkontrollen errichtet und mit bewaffneten Patrouillen die Kontrolle über die Region erlangt.

Buner
Buner Distrikt in Pakistan


Wie The New York Times berichtete, hatten die Taliban Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationens (NRO) der Stadt verwiesen und ihre Büros geplündert. Widerstand seitens der Bevölkerung hatte es keinen gegeben, die Polizei hatte sich zurückgezogen. Im vergangenen Jahr hatten die Bewohner der Region erfolgreich mit selbst organisierten Truppen eine Machtübernahme durch die Taliban abgewehrt. Wie ein lokaler Politiker gegenüber der Zeitung beklagt, fühlten sich die Bewohner nun allerdings von der Regierung im Stich gelassen, die mit dem Friedensvertrag im Swat-Tal "Schwäche gezeigt" habe.

Swat und Buner gehören beide zum Verwaltungsgebiet Malakand, das acht Distrikte umfasst und für das das Abkommen zwischen der Regierung und den Taliban gilt. In Buner waren die Taliban bisher weniger aktiv, der Distrikt ist aber strategisch wichtig, da von dort aus ein Zugang zur Autobahnverbindung zwischen Islamabad und der Provinzhauptstadt Peshawar besteht. Außerdem liegt die Stadt Mardan, zweitgrößte Metropole der pakistanischen Nordwestprovinz, nicht weit entfernt.

Das Friedensabkommen sieht vor, dass die Regierung das zum Teil drakonische islamische Scharia-Recht in der Gegend einführt und ihre Truppen abzieht. Im Gegenzug sollen die Taliban ihre Angriffe und Anschläge einstellen. Präsident Asif Ali Zardari hatte das Gesetz in der vergangenen Woche gegen den Protest der USA unterzeichnet. Gestern hatte US-Außenministerin Hillary Clinton geäußert, die pakistanische Regierung "entziehe sich ihrer Verantwortung" und sprach von einer "tödlichen Drohung" für die weltweite Sicherheit, die von dem nuklear-bewaffneten Land ausgehe. (ds/dpa)


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