Politik : Pakistan ruft die Welt um Hilfe

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Berlin UN-Generalsekretär Kofi Annan hat in einem dramatischen Aufruf an die Weltgemeinschaft um Hilfe für die Erdbebenopfer in Pakistan gebeten. Bei der UN-Geberkonferenz in Genf am Mittwoch sagte er: „Die Zahl der Toten wird vermutlich noch steigen. Aber wenn wir nicht dringend etwas unternehmen, stehen wir sogar vor einer zweiten, massiven Todeswelle“. Auch Vertreter Pakistans und Indiens wandten sich an die über 300 Konferenzteilnehmer. Nach offiziellen Angaben starben bei dem Erdbeben am 8. Oktober allein im pakistanischen Teil Kaschmirs mehr als 54000 Menschen, etwa 77000 wurden verletzt, etwa 3,3 Millionen sind obdachlos.

Bisher fließen Gelder für Pakistan im Vergleich zu der Tsunami-Katastrophe vor zehn Monaten langsam. Der UN-Hilfsaufruf liegt jetzt bei 550 Millionen Dollar, von denen bis Mittwoch beim Büro für die Koordinierung humanitärer Aufgaben (Ocha) 67 Millionen Dollar eingegangen waren. In Genf wurden insgesamt 525 Millionen Dollar versprochen. Jedoch wies die Sprecherin von Ocha-Chef Jan Egeland darauf hin, dass noch nicht klar ist, wie viel davon der UN-Soforthilfe zugedacht ist oder in Wiederaufbau beziehungsweise an andere Organisationen fließen soll. Fast die Hälfte der Zusagen, rund 250 Millionen Dollar, machte demnach die Islamische Entwicklungsbank. Die USA stockten ihre Zusagen von 50 Millionen auf 156 Millionen Dollar auf, wobei ein Drittel in den Wiederaufbau fließen soll. Die bisherige deutsche Hilfe beträgt laut Auswärtigem Amt knapp über 20 Millionen Euro, von denen 3,25 Millionen an die UN gegangen sind. Hinzu kommen Hilfszahlungen im EU-Rahmen. cir

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