Pakistan : Stundenlange Geiselnahme in Pakistan vorbei

Die in Pakistan als Geiseln genommenen Schulkinder sind wieder frei. Nach stundenlangen Verhandlungen durften die Geiseln das Gebäude verlassen. Die Entführer sind auf und davon - sie erhielten im Austausch freies Geleit.

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Bald sollen deutsche Kampftruppen in Afghanistan patrouillieren. - Foto:AFP

IslamabadDie Geiselnahme an einer Schule im Norden Pakistans ist ohne Blutvergießen zu Ende gegangen. Nach stundenlangen Verhandlungen ließen die sechs Täter Dutzende Schüler und Lehrer frei, erklärte das Innenministerium. Polizisten hatten das Schulgebäude in der Nähe der Ortschaft Bannu umstellt.

Einer der Unterhändler, der ehemalige Abgeordnete Shar Aziz, erklärte, die Täter hätten im Gegenzug für die Freilassung freies Geleit erhalten. Sie hätten den Ort mit unbekanntem Ziel verlassen. Die Polizei wollte sich zu diesen Angaben nicht äußern.

Musharraf: Geiselnehmer sind Kriminelle

Zunächst hatten die Männer in einem Nachbarbezirk den Chef der Gesundheitsbehörde und zwei seiner Angehörigen in ihre Gewalt gebracht und wurden daraufhin von der Polizei verfolgt. Es kam zu einem Feuergefecht, bei dem einer der Täter getötet wurde. Die Männer ließen ihre Geiseln schließlich gehen, verschanzten sich jedoch in dem Schulgebäude. Aziz erklärte, die Geiselnehmer hätten gedroht, sich selbst und ihre Geiseln zu töten, sollten sie angegriffen werden. "Es war ein Zufall, dass diese Kriminellen in die Schule gelangten", sagte Musharraf auf einer Pressekonferenz in London.

Widersprüchliche Angaben gab es zur Zahl der Geiseln im Schulgebäude. So erklärte Aziz, die Täter hätten 315 Kinder und zehn Lehrer in ihrer Gewalt gehabt. Polizeichef Hamza Mehsud sagte dagegen, es habe sich nur um 25 Kinder und sieben Lehrer gehandelt, die in einem Klassenraum festgehalten worden seien.

Im Nordwesten Pakistans liegen die so genannten Stammesregionen, die von den Sicherheitskräften nicht vollständig kontrolliert werden. Dort halten sich zahlreiche Extremisten verschanzt, die dem Terrornetzwerk Al Qaida nahestehen. (ut/nim/AFP/dpa)


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