Pakistan : Tor der Roten Moschee gesprengt

Die Kämpfe um die Rote Moschee in Islamabad, in der sich fanatische Koran-Schüler verschanzt haben, eskalieren. Sicherheitskräfte sprengten ein Tor und setzten Tränengasgranaten ein.

Islamabad
Die Kämpfe um die Rote Moschee dauern an. -Foto: AFP

IslamabadDie Sicherheitskräfte in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad haben den Druck auf die Koranschüler in der belagerten Roten Moschee weiter erhöht. Gepanzerte Truppentransporter seien am Donnerstagmorgen in Richtung des Komplexes vorgestoßen, jedoch nicht in das Gelände der Koranschulen eingedrungen, sagte ein Sicherheitsbeamter, der anonym bleiben wollte. Zugleich seien die Koranschüler mit Tränengasgranaten beschossen worden. Eines der Tore der Roten Moschee sei gesprengt worden. Der Vizechef der Koranschulen, Abdul Rashid Ghazi, lehnte eine von der Regierung geforderte bedingungslose Kapitulation weiter ab.

Ghazi befehligt die in der Moschee verbliebenen fanatischen Koranschüler, deren Zahl unbekannt ist. Der Leiter der beiden Koranschulen, Ghazis Bruder Maulana Abdul Aziz, war am Mittwochabend festgenommen worden, als er unter einer Burka versteckt aus der Moschee fliehen wollte. Ghazi betonte, er wolle Blutvergießen vermeiden. Nach jüngsten Angaben haben sich bislang 1200 Koranschüler ergeben. Die Behörden bestätigen 16 Todesopfer bei den seit Dienstag anhaltenden Kämpfen. Augenzeugen und unabhängige Beobachter sprechen dagegen von mindestens 24 Toten und mehr als 200 Verletzten. (mit dpa)

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