Pakistan : Unruhen nehmen zu

Der Konflikt zwischen den Taliban und dem Militär im Norden Pakistans eskaliert. Ungeachtet eines angeblichen Abkommens hätten die Taliban bewaffnete Patrouillen aufgenommen, beklagt die Armee.

IslamabadIm Distrikt Swat hätten Aufständische bei einem Angriff auf einen Armeekonvoi einen Soldaten getötet und zwei weitere verletzt, berichtete das Militär. Die Taliban hätten zudem mehrere Zivilisten entführt und eine Kontrollstelle der Polizei zerstört. Die Taliban betonten jedoch, bei dem Vertrag mit der Regierung der Nordwest-Grenzprovinz handele es sich nicht um eine Friedensvereinbarung. Der Sprecher des radikalen Geistlichen Sufi Mohammad, der den Vertrag mit der Regierung vermittelt hatte, warnte die Regierung vor einer Eskalation der Gewalt, sollten die Militäroperation gegen die Taliban in Buner, dem Nachbardistrikt von Swat, nicht beendet werden.

Bei der Offensive in Buner wurden ein Soldat und sieben Aufständische getötet, darunter ein Taliban-Anführer. Seit Beginn der Operation in der vergangenen Woche kamen demnach in dem Gebiet, der 100 Kilometer entfernt von Islamabad liegt, 87 Taliban-Kämpfer und vier Soldaten ums Leben. Der Militärsprecher sagte, bei Gefechten im Distrikt Dir seien drei Taliban-Kämpfer getötet worden. In Dir war eine Militäraktion in der vergangenen Woche offiziell beendet worden, vereinzelte Gefechte dauern noch an. Bei dem Einsatz in Dir waren nach Armeeangaben mehr als 100 Aufständische getötet worden.

Die Taliban und die pakistanische Regierung hatten ein umstrittenes Abkommen geschlossen, demzufolge in Malakand das islamische Rechtssystem, die Scharia, eingeführt werden soll. Im Gegenzug sollten die Aufständischen ihre Gewalttaten einstellen. Die Taliban betonten bald darauf allerdings, sie würden ihre Waffen nicht niederlegen. Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari hatte dem Mitte Februar vermittelten Abkommen vor kurzem trotz starker Kritik der USA zugestimmt.

Aufgrund der bedrohlichen Entwicklung in Pakistan und in Afghanistan werden sich Zardari und sein afghanischer Kollege Hamid Karsai an diesem Mittwoch mit US-Präsident Barack Obama in Washington zu einem Krisengipfel treffen. (aku/dpa)

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