Pakistan : US-Raketenangriff fordert mehrere Todesopfer

Bei einem Raketenangriff des US-Militärs im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan sind mindestens acht Menschen getötet worden.

IslamabadMehrere Raketen schlugen in ein Gebäude im halbautonomen Stammesgebiet Süd-Waziristan ein. Es soll radikal-islamischen Extremisten als Stützpunkt gedient haben. Bei den Opfern soll es sich um Aufständische handeln. Örtliche Behörden bestätigten den Angriff, machten jedoch zunächst keine Angaben zur Identität der Toten.

Erst am Samstag waren fünf Menschen bei einem Raketenangriff in der Region getötet worden, die als Rückzugsraum von Taliban-Kämpfern und al-Qaida-Terroristen gilt. Seit Mitte vergangenen Jahres haben US-Streitkräfte Dutzende Luftschläge gegen Verstecke der Extremisten auf pakistanischem Staatsgebiet geführt. Meist kommen dabei Drohnen, unbemannte Flugzeuge, zum Einsatz.
 
Im Krieg gegen die Taliban wurden 2008 in Afghanistan 2118 Zivilisten getötet, das sind 40 Prozent mehr als 2007. Davon haben die von der Nato geführte Truppe und die afghanischen Kräfte 800 Tote zu verantworten. Etwa 1300 Tote gehen auf das Konto der Taliban. Die meisten starben bei Luftangriffen. Diese sind inzwischen zu einem Symbol für den Vertrauensverlust der afghanischen Bevölkerung in die Befreier von einst geworden, sodass die USA einen Strategiewechsel prüfen und somit vielleicht eine Reduzierung der Angriffe vornehmen wollen, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Die Aufständischen werfen der Regierung in Islamabad vor, die Angriffe zu unterstützen. (aku/dpa)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben