Pakistan : Weitere Tote durch Anschläge und Kämpfe

Pakistan kommt nicht zur Ruhe. Mindestens 40 Menschen sind heute infolge von Kämpfen und eines Bombenanschlags getötet worden.

Pakistan
Menschen in der Nähe des Bombenattentats in Karachi, Südpakistan. -Foto: afp

IslamabadBei kriegerischen Auseinandersetzungen in den Stammesgebieten im Westen Pakistans sind heute mindestens sieben Soldaten und 23 Aufständische getötet worden. Im Bezirk Mohmand nahe der Grenze zu Afghanistan hätten Al-Qaida-nahe Kämpfer und Taliban einen Konvoi von Sicherheitskräften angegriffen, sagte Armee-Sprecher Waheed Arshad. Die Sicherheitskräfte hätten sich dann mit Hilfe von
Anwohnern verteidigt und dabei 23 Angreifer getötet. In Mohmand war es bisher im Gegensatz zu anderen Gebieten im Nordwesten Pakistans weitgehend ruhig.

Während eines Besuches von Pakistans Präsident Pervez Musharraf in der südpakistanischen Hafenstadt Karachi sind weiterhin mindestens zehn Menschen bei einem Bombenanschlag getötet worden. Außerdem seien etwa 50 Menschen verletzt worden, sagte der Innenminister der Regionalregierung, Achtar Samin. Musharraf machte für die Tat Menschen verantwortlich, die Pakistan vor den kommenden Wahlen destabiliseren wollten. Nach Angaben von Sicherheitsbehörden befand sich der Staatschef nicht in der Nähe des Anschlagsortes.

Laut Sicherheitsbehörden war die Bombe auf einem Motorrad befestigt und explodierte auf einer belebten Straßenkreuzung vor einer
Textilfabrik. Ein Augenzeuge gab an, die Explosion gehört zu haben und mehrere Menschen in Blutlachen auf dem Boden liegen gesehen zu haben, als er aus der Fabrik gekommen sei. Der Witwer der am 27. Dezember ermordeten Oppositionspolitikerin Benazir Bhutto, Asif Ali Zardari, landete nach offiziellen Angaben wenige Minuten vor der Explosion in Karachi. Demnach gab es jedoch keinen Hinweis darauf, dass er Ziel des Anschlags war.

In der vergangenen Woche waren bei Kämpfen zwischen der Armee und Aufständischen in Süd-Waziristan nach Militärangaben mindestens 50 Taliban getötet worden. In Nord- und Süd-Waziristan stehen rund 90.000 Soldaten den radikalislamischen Kämpfern der Taliban und von Al-Qaida gegenüber. Das US-Verteidigungsministerium hatte sich am vergangenen Freitag "extrem besorgt" über die Aktivitäten der Al-Qaida in Pakistan geäußert. US-Zeitungen spekulierten über einen möglichen US-Einsatz im Westen Pakistan. Präsident Pervez Musharraf warnte die USA jedoch am selben Tag vor einem "heimlichen" Eingreifen der in Afghanistan stationierten US-Truppen in seinem Land. (cp/dpa/afp)

» Jamaika-Aus: Wie geht es weiter? Jetzt E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar