Politik : Pakistanische Luftwaffe tötet 80 Menschen in Islamschule

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Khar - Bei einem der seit Monaten folgenschwersten pakistanischen Luftangriffe im Grenzgebiet zu Afghanistan sind am Montag nach Armeeangaben vermutlich bis zu 80 Menschen getötet worden. Der Angriff im Morgengrauen mit Kampfhubschraubern und Präzisionswaffen galt demnach einer Koranschule, die militante Islamisten, unter ihnen auch einige Ausländer, als Trainingszentrum genutzt hätten. Die weit von zivilen Wohngebieten entfernte Anlage sei größtenteils zerstört worden. Frauen und Kinder hätten sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in der Koranschule aufgehalten. Ein islamistischer Geistlicher sprach dagegen von getöteten Zivilisten und kündigte Rache an.

Nach Angaben eines ranghohen Sicherheitsbeamten, der nicht namentlich genannt werden wollte, befindet sich unter den Toten ein von den Behörden gesuchter Taliban-Kommandeur, Mullah Liaqat. Er habe die Koranschule (Madrassa) nahe der Stadt Khar im Distrikt Bajaur an der Grenze zur afghanischen Region Kunar geleitet und dort Aufständischen Unterschlupf gewährt. Ein von den Behörden ebenfalls gesuchter islamischer Geistlicher mit Verbindungen zu Liaqat, Mullah Faqir Mohammed, sagte, bei den Opfern handele es sich um Zivilisten, deren Tod „gerächt“ werde.

Mehrere Zeugen bestätigten, dass Liaqat unter den Toten sei. Sie berichteten, mindestens drei Hubschrauber hätten die Koranschule mit Raketen angegriffen, als die meisten Menschen in dem Gebäude schliefen und einige sich auf ihr erstes Morgengebet vorbereiteten.

Generalmajor Shaukat Sultan, Chefsprecher der pakistanischen Armee, sagte, die genaue Zahl der Toten stehe noch nicht fest. Das Militär habe vor dem Angriff Informationen erhalten, wonach sich 70 bis 80 islamistische Kämpfer in der Koranschule aufhielten. Für 20 Tote gab es am Morgen eine Trauerfeier, während Helfer weitere Leichen aus den Trümmern bargen. Am Samstag hatten sich laut Angaben örtlicher Sicherheitsbeamter tausende Menschen auf einer öffentlichen Versammlung im Distrikt Bajaur in der halbautonomen Grenzregion zu Al-Qaida-Chef Osama bin Laden und dem Taliban-Führer Mullah Omar bekannt und ihren Willen erklärt, ihren Heiligen Krieg (Dschihad) zur Durchsetzung des islamischen Rechts (Scharia) fortzuführen.

Derzeit halten sich der britische Thronfolger Prinz Charles und seine Frau Camilla in Pakistan auf. AFP

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