• Pakistans gestürzter Regierungschef soll vor Anti-Terror-Gericht - Europäische Beobachter besorgt

Politik : Pakistans gestürzter Regierungschef soll vor Anti-Terror-Gericht - Europäische Beobachter besorgt

Die Anklageerhebung gegen Pakistans gestürzten Regierungschef Nawaz Sharif ist um eine Woche verschoben worden. Das Anti-Terror-Gericht in Karachi, vor dem Sharif am Freitag erschien, gab damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft statt. Das Militär wirft Sharif Hochverrat, Anstiftung zum Mord und Entführung eines Flugzeugs vor. Ihm droht die Todesstrafe. Mitangeklagt sind Sharifs Bruder Shahbaz, ehemaliger Chefminister der Provinz Punjab, sowie fünf Sharif-Getreue. "Wir sind unschuldig", rief Sharif Journalisten vor Beginn der Anhörung zu. Militärmachthaber Pervez Musharraf führe einen "persönlichen Rachefeldzug" gegen seine Familie.

Der Anwalt Sharifs kritisierte die Entscheidung des Richters, erst am 4. Dezember Anklage zu erheben, und sprach von Verzögerungstaktik. Sharif soll am 12. Oktober angeordnet haben, einer Maschine die Landung zu verweigern, an deren Bord sich neben Musharraf noch fast 200 weitere Passagiere befanden, obwohl dem Flugzeug der Treibstoff auszugehen drohte. Die Maschine konnte erst landen, als die Armee die Kontrolle über den Flughafen übernommen hatte. Stunden später stürzte der General Sharif und ließ ihn in Gewahrsam nehmen.

Der ehemalige Generaldirektor der Zivilen Luftfahrtbehörde, Aminullah Chaudhary, hatte am Dienstag ausgesagt, Sharif habe ihn angewiesen, dem Flugzeug mit Musharraf an Bord die Landung zu verweigern. Die Anklage gegen Chaudhary wurde daraufhin fallengelassen.

Washington zeigte sich besorgt über die Behandlung Sharifs und entsandte einen Prozessbeobachter. Auch je ein Diplomat aus Deutschland und den Niederlanden wollen das Verfahren verfolgen. "Die Europäische Union wünscht einen offenen, freien und fairen Prozess", sagte Hollands Generalkonsul Bert Schorpinghuis.

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