Palästinenser-Gebiete : Regierungsgespräche ausgesetzt

Ministerpräsident Ismail Hanija von der Hamas hat angekündigt, die Gespräche über eine Einheitsregierung abzubrechen. Angesichts der schweren Angriffe der israelischen Armee riefen Politiker von Hamas und Fathah zu Selbstmordattentaten auf.

Gaza - Nach dem Tod von zahlreichen Palästinensern bei israelischen Angriffen im Gazastreifen am Mittwoch hat der palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija den Abbruch der Gespräche über eine Regierung der nationalen Einheit mit der gemäßigten Fatah-Gruppierung angekündigt. Hanija sagte vor einer Dringlichkeitssitzung seines Kabinetts in Gaza, die Verhandlungen darüber würden zunächst ausgesetzt. Erst am Montag hatten sich die radikalislamische Hamas und die Fatah von Präsident Mahmud Abbas auf eine Wiederaufnahme der Gespräche zur Bildung einer gemeinsamen Regierung geeinigt.

Angesichts der seit einer Woche anhaltenden schweren Angriffe der israelischen Armee riefen sowohl ein Sprecher der Hamas als auch ein Sprecher der gemäßigten Fatah-Bewegung zur Wiederaufnahme von Selbstmordattentaten in Israel auf. "Wir rufen unsere Kämpfer in Tel Aviv, Jerusalem, Haifa, Jaffa und überall sonst zu Märtyrer-Aktionen auf", sagte der Hamas-Vertreter Nisar Rajan bei einer Demonstration in Beit Lahja nahe Beit Hanun, wo beim Angriff der israelischen Armee nach neuesten Angaben des Gesundheitsministeriums am Mittwoch 18 Palästinenser getötet wurden, darunter vier Frauen und vier Kinder. 20 weitere Palästinenser wurden verletzt. Auch Fatah-Sprecher Dschamal Obeid rief zu neuen Selbstmordattentaten auf. (tso/AFP)

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