Palästinensergebiete : Abbas wirbt für Regierung mit Hamas

Bei einer mehrtägigen Tour durch europäische sowie arabische Staaten will Palästinenserpräsident Mahmud Abbas um Unterstützung für seine neue Koalition mit der radikal-islamischen Hamas werben.

Ramallah/Amman - Abbas reiste zunächst nach Jordanien, wie aus palästinensischen Kreisen verlautete. Der Präsident wolle "das Eis brechen, den Friedensprozess wiederbeleben und den Boykott des palästinensischen Volkes beenden", erklärte ein Sprecher. Sein Bund mit der Hamas war kritisiert worden, weil die Organisation weiterhin eine Anerkennung des israelischen Existenzrechts verweigert.

Am Mittwoch wird Abbas in Großbritannien zu einem Treffen mit Regierungschef Tony Blair erwartet. Am Donnerstag werde er in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen, am Tag darauf nach Frankreich weiterreisen, hieß es. Danach wolle er nach Algerien und in die Golfstaaten fliegen. Ein Dreiergipfel mit US-Außenministerin Condoleezza Rice und dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert in Jerusalem war am Montag ohne greifbare Fortschritte zu Ende gegangen. Beide Seiten bekräftigten ihr Streben nach einer Zwei-Staaten-Lösung und sprachen über eine mögliche Umsetzung des internationalen Friedensplans (Road Map).

Gewaltverzicht und Anerkennung Israels

Die USA und Israel haben klar gemacht, dass sie mit einer neuen palästinensischen Regierung nur dann zusammenarbeiten wollen, falls diese die Forderungen des Nahost-Quartetts nach einer Anerkennung Israels erfüllt. Das Quartett, dem die USA, Russland, die Vereinten Nationen sowie die Europäische Union angehören, verlangt zudem die Anerkennung von geschlossenen Verträgen und einen Gewaltverzicht. Dies lehnt die Hamas-Organisation jedoch auch nach Unterzeichnung des Mekka-Abkommens mit Abbas ab.

Rice traf in Jordanien mit König Abdullah II. zusammen, um ihn über den Dreiergipfel in Jerusalem zu informieren. Der Monarch habe die USA bei dem Treffen gedrängt, konkrete Schritte zur Schaffung eines palästinensischen Staates zu unternehmen, teilte ein Palastsprecher mit. (tso/dpa)

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