Palästinensergebiete : Parlamentswahlen beginnen ruhig

Mehr als 1,4 Millionen Palästinenser sind aufgerufen, erstmals seit zehn Jahren ein neues Parlament zu wählen. Die Abstimmung verlief bislang ohne größere Zwischenfälle. Präsident Abbas sprach von einem "palästinensischen Fest".

Ramallah/Gaza - Die ersten palästinensischen Parlamentswahlen seit zehn Jahren haben am Mittwoch friedlich begonnen. Im Westjordanland und dem Gazastreifen öffneten am Morgen etwa 1000 Wahllokale. In Ost-Jerusalem verhinderte die israelische Polizei Störmanöver rechtsgerichteter Israelis. Schon kurz nach der Öffnung bildeten sich vor einzelnen Wahllokalen in der Stadt Gaza lange Schlangen. Mehr als 1,4 Millionen Wahlberechtigten können ihre Vertreter in dem künftig 132 Sitze umfassenden Abgeordnetenhaus bestimmen.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, der am Vormittag seine Stimme in Ramallah abgab, nannte die Wahl ein «palästinensisches Fest». Der nächste Schritt sei nun die Regierungsbildung. Der palästinensische Menschenrechtler und Oppositionspolitiker Mustafa Barguti sprach von einer «echten demokratischen Revolution» und einem «Ende des Ein- Parteien-Systems».

Die regierende Fatah führte in letzten Umfragen einige Prozentpunkte vor der radikalislamischen Bewegung Hamas. Die EU hat eine ihrer bisher größten Beobachtermissionen in die Palästinensergebiete entsandt. Die Wahllokale sollen nach zwölf Stunden schließen. Prognosen zum Wahlergebnis werden noch am Mittwochabend, Ergebnisse der Auszählung erst am Donnerstag erwartet. (tso/dpa)

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