Politik : Palin kritisiert und rühmt Hillary Clinton

Washington - Die republikanische Kandidatin für das Amt des US-Vizepräsidenten, Sarah Palin, hat die demokratische Senatorin Hillary Clinton gelobt. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama bedauere es bereits, Clinton nicht zu seiner Nummer Zwei gemacht zu haben, sagte Palin in einem Interview des Senders ABC am Freitag (Ortszeit). Clinton habe sich im Vorwahlkampf angesichts scharfer Attacken mit „Entschlusskraft, Schneid und sogar Anmut“ geschlagen, sagte die Gouverneurin von Alaska. Obama tue es sicher nun leid, dass er sich für Senator Joe Biden anstatt für die Ex-First-Lady als Vize entschieden habe, sagte Palin mit Blick auf ihr eigene Popularität. Nach Umfragen hat Obama seinen bisherigen Vorsprung vor dem republikanischen Spitzenbewerber John McCain wegen der Nominierung Palins verloren.

Palins Lob für Clinton steht in scharfem Kontrast zu Äußerungen vor ihrer Ernennung zur Vizekandidatin vor gut zwei Wochen. Seinerzeit hatte sie vor dem Hintergrund von Clintons Klagen über Sexismus in der Medienberichterstattung die Senatorin als Jammerlappen dargestellt. Über die Behandlung zu lamentieren, „fördert das Anliegen der Frauen in der Politik nicht“, meinte sie.

In dem Interview verteidigte Palin auch, dass sie als Gouverneurin aus der Bundeskasse fast 200 Millionen Dollar an Wohltaten für Projekte in ihrem eigenen Land beantragt hat – die höchste Summe pro Kopf der Bevölkerung in den USA. Dazu gehören etwa Gelder zur Erforschung des Sexualverhaltens von Krabben. Im Wahlkampf präsentiert sich Palin wie McCain als entschiedene Gegnerin solcher Praktiken. Die Gelder seien von Universitäten beantragt worden und nicht hinter verschlossenen Türen mit Hilfe von Lobbyisten gewonnen worden, sagte sie nun. Das sei ein Unterschied.dpa

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