Politik : Panzer-Schlussverkauf

Warum die Bundeswehr von der Ausrüstung etwas abgeben kann

Ulrike Scheffer

In der Bundeswehr herrscht Mangelverwaltung. Das Gerät ist hoffnungslos veraltet, Ersatzteile sind rare Luxusgüter. Das wissen auch Deutschlands Partner im Ausland. Ebenfalls kein Geheimnis ist, dass der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) derzeit alle laufenden Rüstungsprojekte auf weiteres Streichpotenzial prüfen lässt. Und ausgerechnet dieses militärische Entwicklungsland bittet Israel um die Lieferung „überschüssiger“ Transportpanzer vom Typ Fuchs. Doch, was sich zunächst befremdlich anhört, macht durchaus Sinn.

Mit der Bundeswehrreform änderten sich auch die Materialanforderungen, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Einzelne Einheiten würden verkleinert, manche aufgelöst. Da werde dann auch so mancher Transportpanzer überflüssig. Der Bundeswehrverband verweist zudem auf die veränderten Anforderungen an die Armee: Für Auslandseinsätze seien viele vorhandene Fahrzeuge nur bedingt geeignet. „Dafür brauchen wir stärker gepanzerte Fahrzeuge mit Minenschutz“, heißt es hier.

Trotz der Finanz- und Materialnot stehen also tatsächlich Bundeswehrpanzer zur Disposition. Und da Israel ebenso wie Deutschland nicht unbegrenzt Geld für Rüstungsgüter ausgeben kann, sind Strucks Gebrauchtpanzer für Tel Aviv attraktive Schnäppchen, womöglich sogar ganz umsonst. Wie viele „Füchse“ genau abgegeben werden können, wird nun geprüft. Ob Israel sie bekommt, ist allerdings eine andere, eine politische Frage.

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