Politik : Papst darf Hongkong nicht besuchen

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China verweigert dem Papst einen Besuch in Hongkong. Die für November geplante Visite des Heiligen Vaters sei an diplomatischen Schwierigkeiten mit Peking gescheitert, sagte der Hongkonger Bischof Joseph Zen. Hintergrund seien die diplomatische Beziehungen des Vatikan mit Taiwan, sagte der Geistliche.

Das Pekinger Außenministerium bestätige die Absage nicht direkt, teilte in einer schriftlichen Stellungnahme jedoch mit: "Die Frage eines Besuchs des Papstes in Hongkong ist vergleichsweise kompliziert. Das ist auch dem Vatikan bewusst".

Die asiatische katholische Nachrichtenagentur zitierte unterdessen einen Pekinger Regierungsvertreter mit den Worten: "Da der Vatikan sogenannte diplomatische Beziehungen mit Taiwan unterhält, ist es offensichtlich nicht angemessen, dass der Papst Hongkong besucht."

Der Vatikan hat als einer der wenigen Staaten der Erde diplomatische Beziehungen zu Taiwan. Peking, das Taiwan als eine abtrünnige Provinz ansieht, schließt eine Zusammenarbeit mit dem Kirchenstaat deshalb kategorisch aus.

Der Vatikan hatte sich seit einem Jahr um den Besuch bemüht. Der Heilige Vater sollte im Rahmen einer Asienreise in Hongkong vor etwa 350 000 Gläubigen eine Messe halten. "Der Besuch in einem Teil Chinas so nahe an der Jahrtausendwende wäre eine enorm wichtige Geste für Chinas Katholiken gewesen", sagte ein Hongkonger Kirchenvertreter. Zuletzt hatte Papst Paul VI 1970 die damalige britische Kronkolonie besucht. Der Papst werde statt dessen nun voraussichtlich einen Zwischenstopp in Indien einlegen, sagte der Kirchenvertreter. Die Entscheidung Pekings wurde in Hongkong mit breiter Kritik aufgenommen. "Es ist schade, nicht nur für die Katholiken, sondern auch für Hongkong", sagte der Peking-freundliche Abgeordnete des Volkskongressen, Alan Lee.

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