Politik : Papst spricht in Mexiko den ersten Indio heilig Kritik an Diskriminierung

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Mexiko-Stadt (dpa). Papst Johannes Paul II. hat bei der ersten Heiligsprechung eines Indios die anhaltende Diskriminierung der indianischen Ureinwohner in Mexiko kritisiert. Bei einer Messe in Mexiko-Stadt forderte er am Mittwoch ein „besseres Mexiko mit größerer Gerechtigkeit und Solidarität“. Die Indios seien „in ihren legitimen Bestrebungen zu unterstützen“, sagte der Papst vor 25 000 Gläubigen in der völlig überfüllten Basilika von Guadalupe. Bei der farbenprächtigen Zeremonie tanzten Indianer mit Federkronen, andere bliesen in traditionelle Muschelhörner. Die Heiligsprechung des Bauern Juan Diego, dem im 16. Jahrhundert die Jungfrau von Guadalupe erschienen sein soll, hat angesichts der Spannungen zwischen weißer Oberschicht und indianischen Ureinwohnern in Mexiko erhebliche Bedeutung. Kirchenkreise gehen davon aus, dass sie den Kampf der Indios gegen soziale Benachteilung stärkt.

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