Politik : Papstbesuch: Johannes Paul II. erinnert an Leid der Armenier

Mit einem Aufruf zum Frieden im Konflikt um Berg-Karabach hat Papst Johannes Paul II. seinen Besuch in der Kaukasusrepublik Armenien begonnen. Die armenische Führung, die sich mit dem benachbarten Aserbaidschan um die Enklave streitet, rief er dazu auf, die Menschenrechte zu achten und sich für eine friedliche Lösung einzusetzen. In der Hauptstadt Eriwan wurde der Papst von Präsident Robert Kotscharjan und dem Oberhaupt der armenischen Christen, Karekin II. empfangen. Bei seinem Besuch in der ehemaligen Sowjetrepublik wollte der Papst an den Feiern anlässlich der Christianisierung des Landes vor 1700 Jahren teilnehmen. Armenien habe als erstes Land der Welt das Christentum als Staatsreligion angenommen, sagte er in seiner Ansprache. Johannes Paul II. erinnerte auch an den Völkermord an den Armeniern zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zwar nannte er die Massaker unter der türkischen Herrschaft während des Ersten Weltkrieges nicht ausdrücklich beim Namen. Er sprach aber vom "unsäglichem Terror und Leiden" des Volkes besonders im 20. Jahrhundert. Die angegriffene Gesundheit des 81-Jährigen löste erneut Sorge aus. Eine Rede in Etschmiadsin, dem historischen Sitz der armenischen Kirche, musste der Papst offenbar aus Erschöpfung abbrechen.

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