Paris : 1000 Polizisten gegen Krawall-Macher

Razzia in der Pariser Vorstadt Villiers-le-Bel: Nach den Straßenschlachten im November nimmt die Polizei bei einem Großeinsatz dutzende Verdächtige fest.

Frankreich
Polizeieinsatz in Villiers-le-Bel. -Foto: AFP

ParisDer Staat schlägt zurück: Knapp drei Monate nach den tagelangen Ausschreitungen im Großraum Paris hat die Polizei dutzende Verdächtige festgenommen. Von 38 Verdächtigen in den nördlichen Pariser Vororten haben die Einsatzkräfte am frühen Montagmorgen nach eigenen Angaben 33 gefasst. An den Durchsuchungen im Problemvorort Villiers-le-Bel und angrenzenden Gemeinden waren demnach fast eintausend Sicherheitskräfte beteiligt. Die Polizei ging gegen die mutmaßlichen Anführer der nächtlichen Straßenschlachten im November vor, bei denen Jugendliche auf Polizisten geschossen hatten.

Im Dezember hatte die Polizei in Villiers-le-Bel Flugblätter verteilt und Zeugen aufgerufen, sich gegen "mehrere tausend Euro Belohnung" zu melden. Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hatte nach den Ausschreitungen betont, es dürfe "nicht ungestraft bleiben", dass jugendliche Gewalttäter auf die Polizei geschossen hätten. Nach Regierungsangaben erlitten bei den Straßenschlachten fünf Polizisten schwere Verletzungen; insgesamt wurden 119 Beamte verletzt.

Sarkozy: Ein gnadenloser Krieg

Die Unruhen hatten sich entwickelt, nachdem zwei Jugendliche auf einer Minicrossmaschine mit einem Polizeiwagen zusammengestoßen und gestorben waren. Zwei Jahre zuvor, im Herbst 2005, hatten wochenlange Vorstadtkrawalle das Land erschüttert. Präsident Sarkozy kündigte unlängst ein neues Ausbildungsprogramm an, um den Jugendlichen in den Vorstädten aus der Misere zu helfen. Mit tausenden Polizisten in den "Banlieues" will er zudem einen "gnadenlosen Krieg" gegen den Drogenhandel führen. (küs/AFP)

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