Politik : Paris möchte Pfahls nun doch bis September ausliefern

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München Der in Frankreich inhaftierte frühere Rüstungs-Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls wird nach einem „Focus“-Bericht voraussichtlich Anfang September nach Deutschland ausgeliefert. Das habe die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigt, meldet das Magazin.

Somit könnte Pfahls noch im Herbst vor dem Landgericht Augsburg wegen angeblicher Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung der Prozess gemacht werden. Pfahls war nach fünf Jahren Flucht vor knapp vier Wochen in Paris verhaftet worden.

Vor zehn Tagen hatte das zuständige Pariser Gericht noch erklärt, der ehemalige CSU-Politiker könne aus rechtlichen Gründen nicht in einem beschleunigten Verfahren ausgeliefert werden. Das „klassische Verfahren“ könne viel Zeit beanspruchen, hatte es geheißen. Pfahls selbst möchte rasch nach Deutschland. Der Ex-Staatssekretär im Verteidigungsministerium soll 1991 im Zusammenhang mit dem Verkauf von Spürpanzern an Saudi-Arabien 3,8 Millionen Mark (1,94 Millionen Euro) Bestechungsgeld vom Waffenhändler Karlheinz Schreiber kassiert haben. Der 61-Jährige sitzt derzeit im Pariser Gefängnis Santé in Auslieferungshaft.

In einem schriftlichen Interview mit der „Bild“-Zeitung beklagte sich Pfahls bitter über seine Haftbedingungen in dem Gefängnis. Ihm gehe es gesundheitlich schlecht, erklärte er. Er leide an einer Nierenentzündung und werde mit Tabletten behandelt. Die betreuenden Ärzte wechselten ständig, so dass eine kontinuierliche Versorgung schwierig ist. Er hoffe, dass er bald in Deutschland sei. Pfahls nannte seine Haftbedingungen „etwas besser als im Kongo“.

Seine Zelle sei „unerträglich heiß“. Pfahls klagte auch über das Anstaltsessen: „Ich muss es meistens wegschütten.“ Er bemängelte zudem, dass er nicht ausreichend Trinkwasser bekomme.dpa

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