Politik : Paris: Streit um Aids-Affäre

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Paris (dpa). In der Affäre um Aids-verseuchte Blutkonserven in Frankreich sorgt eine Justizentscheidung für Empörung. Ein Berufungsgericht in Paris hatte am Donnerstag die Anklage gegen 30 Beschuldigte fallen lassen, die verantwortlich dafür sein sollen, dass solche Konserven zur Behandlung von Blutern verwendet wurden. „Industrielle und Politiker dürfen jetzt aus wirtschaftlichen Gründen töten“, sagte ein Vater der Tageszeitung „Le Parisien“. Seine zwei Bluter-Kinder waren vor mehr als zehn Jahren Opfer Aids-infizierter Blutübertragungen geworden. Nach der Entscheidung in der Affäre, die auf das Jahr 1985 zurückgeht, prangerten zornige Familienangehörige der insgesamt 3800 Opfer „Mafia-ähnliche Zustände in der Justiz“ an. In dem Fall war seit 1994 gegen Regierungsbeamte, Ärzte und Krankenhausangestellte ermittelt worden. Sie sollen verantwortlich dafür sein, dass die verseuchten Konserven verwendet wurden, obwohl es bereits Verfahren gab, den Aids-Virus abzutöten. Die meisten der Infizierten sind inzwischen gestorben. Die Familien wollen vor die oberste Berufungsinstanz ziehen.

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