Pariser Justiz : Harte Strafe für deutschen Terrorpaten gefordert

30 Jahre Haft fordert die Pariser Staatsanwaltschaft für einen als Al-Qaida-Mitglied angeklagten Deutschen. Er soll einer der Mitwisser des blutigen Selbstmordanschlags auf Djerba-Touristen im April 2002 sein.

Paris Der zum Islam konvertierte Christian Ganczarski habe von dem für 21 Menschen tödlichen Terroranschlag in Tunesien gewusst und ihn unterstützt. Er sei Mitglied der Terrorgruppe Al Qaida und Komplize des Attentäters gewesen, sagte der französische Generalstaatsanwalt am Dienstagabend vor dem Schwurgericht.

Das Urteil gegen den seit bereits seit mehr als fünfeinhalb Jahren inhaftierten Ganczarski wird Ende der Woche erwartet. Der 42-Jährige aus dem Ruhrgebiet bestreitet jedes Wissen von dem Verbrechen, bei dem auch 14 Deutsche starben. Für den Bruder des tunesischen Selbstmordattentäters Nizar Nawar forderte die Generalstaatsanwaltschaft 15 Jahre Haft. Er soll den Attentäter ebenfalls unterstützt haben.

Als Belege für die Beteiligung des Deutschen wertete die Staatsanwaltschaft die zahlreiche Reisen des 42-Jährigen nach Afghanistan, bei denen er neben Osama Bin Laden zahlreiche andere hochrangige Al-Qaida-Mitglieder und den Attentäter Nizar Nawar traf. Kurz vor dem Anschlag hatte Ganczarski zudem einen Anruf von Nawar erhalten. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft gab der Deutsche ihm dabei grünes Licht für die Tat. Die deutsche Justiz hatte das abgehörte Gespräch ebenfalls ausgewertet und Ganczarski vernommen. Sie sah jedoch keine hinreichenden Beweise für eine Mitwisserschaft des Vaters von fünf Kindern gegeben.

Der 24-jährige Nawar hatte sich am 11. April 2002 an der Synagoge La Ghriba mit einem Flüssigtransporter in die Luft gesprengt. Diese war ein beliebtes Ziel der Djerba-Touristen. Die tunesische Regierung räumte erst elf Tage nach der verheerenden Explosion ein, dass es ein Attentat war. Die französische Justiz nahm die Ermittlungen auf, weil bei dem Anschlag auch zwei Franzosen ums Leben kamen. (mpr/dpa)

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