Politik : Partei will sich ein neues Grundsatzprogramm geben

Die Grünen-Parteispitze ist mit selbstkritischen Tönen in ihren Strategiekongress in Kassel gegangen, auf dem bis Sonntag die Leitlinien für ein neues Grundsatzprogramm erarbeitet werden sollen. Die Partei sei in den Regierungsalltag so eingespannt, dass "manchmal der grüne Faden verloren gegangen ist", sagte Vorstandssprecherin Antje Radcke am Freitag im Inforadio. Sie bestreite nicht, "dass da ein ziemlicher Frust herrscht". Die Partei selbst sowie die Wähler seien mit höheren Erwartungen gestartet. Ihre Partei müsse sich vor allem jungen Leuten öffnen und sie stärker als bisher ansprechen, betonte die Grünen-Chefin mit Blick auf den Kongress, der am Abend begann.

Das heute offiziell noch gültige Grundsatzprogramm der Partei wurde 1980 beschlossen. Zu dieser Zeit wurde bei den Grünen noch darüber diskutiert, ob man überhaupt Partei sein oder besser außerparlamentarische Protestbewegung gegen Atomkraftwerke und Nato-Rüstung bleiben wolle. Zwar gab es seither immer wieder neue programmatische Ansätze, festgehalten in Parteitagsbeschlüssen und Wahlprogrammen, nie mehr aber ein zeitgemäßes Grundsatzprogramm.

Nun soll eine Diskussion angestoßen werden, die nach weiteren Kongressen auch auf Landesebene im Frühjahr 2001 in einen Programmparteitag münden wird.

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