Politik : Parteichef Gerhardt schlägt der SPD und der CDU gemeinsamen Steuer- und Rentengipfel vor

FDP-Chef Wolfgang Gerhardt hat der SPD und der CDU einen gemeinsamen Steuer- und Rentengipfel vorgeschlagen. Private Altersvorsorge und Steuersenkung gehörten zusammen, sagte Gerhardt. Außerdem sei es immer üblich gewesen, über Parteigrenzen hinweg über den Generationenvertrag zu beraten. Möglicherweise gelinge es SPD, CDU und FDP gemeinsam, einen Kompromiss zur Steuer- und Rentenreform zu finden.

Derweil verschärfte die CDU mit dem Start einer Telefon-Hotline ihre Kampagne gegen die Rentenpolitik der Bundesregierung. Nach Angaben der Partei nutzten in den ersten Stunden fast 300 Bürger das neue Informationsangebot. Der nordrhein-westfälische CDU-Chef Jürgen Rüttgers, der sich an der Aktion beteiligte, bezeichnete das Bürgertelefon als Erfolg. "Die Leute sind stinksauer", sagte er. Die Absicht der Bundesregierung, die Koppelung der Renten an die Entwicklung der Nettolöhne für die Jahre 2000 und 2001 auszusetzen, stoße auf breite Ablehnung. Einen Rentenkonsens mit der Opposition halte er nur für möglich, wenn dieses Vorhaben gestoppt werde.

Die Einladung der Jungen Union zu Gesprächen über einen Rentenkonsens ist bei den Jugendorganisationen von SPD und Grünen auf positive Resonanz gestoßen. "Wir sind grundsätzlich dazu bereit den Dialog aufzunehmen", sagte der Juso-Vorsitzende Benjamin Mikfeld. Die Chance für gemeinsame Ergebnisse beurteilte er aber skeptisch.

Auch das Grün-Alternative Jugendbündnis reagierte positiv auf das Gesprächsangebot. "Wenn das dazu beiträgt, die Blockade der Union in der Rentenfrage aufzuheben, sind wir gerne dabei", sagte Sprecher Andreas Gebhard. Die Junge Union (JU) hatte den Runden Tisch am Wochenende angeregt. Eingeladen wurden auch die Jugendorganisationen der FDP sowie der katholischen Kirche und des DGB. Das erste Treffen soll nach den Vorstellungen der JU im September in Berlin stattfinden.

Die Hotline der CDU zu Rentenfragen soll bis Ende September an Wochentagen zwischen 09.00 und 19.00 Uhr geschaltet bleiben. Die Rufnummer lautet 01805-616161. Die CDU hatte ihre Rentenkampagne Anfang Juli gestartet.

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