Politik : Parteien in Schwerin sehen Linksbündnis skeptisch

Andreas Frost

Schwerin - Mit gedämpftem Optimismus sieht die PDS in Mecklenburg-Vorpommern dem Wahlbündnis mit der WASG entgegen. Der PDS-Landesparteivorsitzende Peter Ritter sagte, für ihn bleibe wichtig, dass „PDS draufsteht, wo PDS drin ist“. Die drei Buchstaben seien der wählerwirksame Markenname für linke Politik im Osten Deutschlands. In Westdeutschland werde das Bündnis Wähler aktivieren, glaubt Ritter. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen würden sich die Aussichten für die PDS kaum ändern. Wer links wählen wolle, werde die PDS auch ohne ein Wahlbündnis mit der WASG wählen.

Auch für die Koalition mit der Schweriner SPD sieht Ritter keine zusätzliche Belastung. Gegen „Hartz IV und Sozialabbau“ werde die PDS auch ohne Wahlbündnis protestieren. Die PDS-Landtagsfraktionsvorsitzende Angelika Gramkow sieht in dem Wahlbündnis sogar „einen ersten Schritt“, um später auch „weitere linke Kräfte“ einzubeziehen. Doch im Nordosten will selbst der ausgesuchte Bündnispartner nicht mittun. WASG-Landeschef Frank Wiese, der den 70 Mitglieder starken Landesverband führt, lehnt das Wahlbündnis mit der PDS ab. Er ist enttäuscht über den Kurs seiner Bundesparteispitze und sieht die WASG sogar vor einer Zerreißprobe. Denn viele WASG-Aktivisten wollten mit der PDS nichts zu tun haben. Außerdem habe diese, wenn sie wie in Schwerin und Berlin mitregiere, ihren Teil zum „neoliberalen Sozialabbau“ beigetragen. Gerade in den alten Bundesländern habe die PDS weiterhin ein negatives Image, was die Wahlchancen der WASG insgesamt eher mindern werde.

Das vermutet auch Schwerins SPD- Landesparteivize Mathias Brodkorb. Außerdem prophezeit er dem neuen Linksbündnis, dass es sich spätestens nach der Bundestagswahl „heillos zerstreiten wird“.

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