Parteien : Pauli fordert modernes Familienbild von der CSU

Die Kandidatin für den CSU-Vorsitz pocht auf Korrekturen am CSU-Grundsatzprogramm. Das Leitbild einer modernen Familie prangerte sie als Lippenbekenntnis an.

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Kampfkandidatur um CSU-Vorsitz: Gabriele Pauli tritt gegen Erwin Huber und Horst Seehofer an. -Foto: ddp

München Die Fürther Landrätin und Kandidatin für den CSU-Vorsitz, Gabriele Pauli, pocht auf Korrekturen am Entwurf für das neue Grundsatzprogramm ihrer Partei. Pauli kündigte in einem Gespräch mit "Focus Online" entsprechende Anträge auf dem CSU-Parteitag Ende September in München an. Sie forderte unter anderem ein moderneres Familienbild.

Pauli hatte am Montag den Programmentwurf als einziges Mitglied des CSU-Vorstands abgelehnt. Sie begründete dies nun damit, dass in dem Papier die Ehe weiter unter besonderen Schutz gestellt werde. Damit würden zugleich alle anderen Lebensformen abgewertet. So gelte demzufolge ein allein Erziehender "als Teil der Gesellschaft, der es nicht geschafft hat, das Idealmodell zu leben".

Pauli prangert Lippenbekenntnisse an

Pauli mahnte: "Die Kinder brauchen Schutz, nicht die Lebensform der Eltern." Dass in der CSU-Spitze immer wieder von einem modernen Familienbild gesprochen werde, sei nur ein Lippenbekenntnis.

Sie kritisierte ferner, in dem Programmentwurf werde ein EU-Beitritt der Türkei abgelehnt. Dies könne sie so nicht mittragen. Im Falle einer Demokratisierung der Türkei und einer Entwicklung zur Rechtsstaatlichkeit müsse über die EU-Mitgliedschaft des Landes neu nachgedacht werden.

Pauli betonte: "Man muss vertreten, was man für richtig hält - und nicht, was der Vorstand beschließt." Eine mögliche Ablehnung ihrer Änderungsanträge auf dem Parteitag werde sie jedoch nicht von der Kandidatur für den CSU-Vorsitz abhalten. Sie trete "auf jeden Fall" gegen den bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber und Bundesagrarminister Horst Seehofer an. (mit ddp)

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