Parteien : Schreiner wirbt für linke Koalition im Bund

SPD-Bundesvorstandsmitglied Ottmar Schreiner hält eine Ausgrenzung der Linkspartei bei der nächsten Bundestagswahl für falsch und plädiert für Rot-Rot-Grün. Laut einer Umfrage verfolgen viele Deutsche den wachsenden politischen Einfluss von Linken-Chef Oskar Lafontaine mit Sorge.

Schreiner
SPD-Bundesvorstandsmitglied Ottmar Schreiner. -Foto: dpa

SPD-Bundesvorstandsmitglied Ottmar Schreiner will eine Koalition mit der Linkspartei nach der nächsten Bundestagswahl nicht ausschließen. "Jede demokratische Partei muss mit jeder anderen koalitionsfähig sein", sagte Schreiner der Zeitung "Bild am Sonntag". Eine Ausgrenzung der Linkspartei bei der nächsten Bundestagswahl sei falsch. "Entscheidend wird sein, ob SPD, Grüne und Linkspartei inhaltlich genügend Schnittmengen haben", sagte er.

Kritik an der möglichen Nominierung der Hochschulprofessorin Gesine Schwan als Bundespräsidentenkandidatin der SPD wies Schreiner zurück. Schwan habe schon bei ihrer ersten Kandidatur 2004 die Stimmen der PDS bekommen, sagte Schreiner. "Darüber hat sich kein Mensch aufgeregt. Warum sollte sie jetzt nicht von SPD, Grünen, Linkspartei und einigen Unzufriedenen aus CDU/CSU und FDP zur Bundespräsidentin gewählt werden?", sagte er.

Der Vorsitzende der CDU-Landesgruppe Baden-Württemberg im Bundestag, Georg Brunnhuber, sagte, er rechne mit einem Bruch des Regierungsbündnisses. "Wenn die SPD einen eigenen Kandidaten nominiert, überreizt sie die Stimmungslage in der Koalition. Ich glaube nicht mehr, dass die Koalition bis Herbst 2009 hält", sagte er dem Blatt.

Umfrage: Mehr als ein Drittel hält Lafontaine für "eher gefährlich"

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid halten 39 Prozent der Deutschen Lafontaine und seine politischen Ziele für "eher gefährlich". 47 Prozent sagten, der frühere SPD-Chef sei "eher ungefährlich", 14 Prozent wollten sich nicht festlegen. Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner sagte, 39 Prozent seien für einen Politiker ein extrem hoher Wert. "Die Menschen haben Angst, dass Lafontaine Zukunft und Wirtschaft des Landes zerstört", sagte er.

Der Umfrage zufolge glaubt jeder zehnte Deutsche, Lafontaine präge die politische Debatte derzeit stärker als alle anderen Parteivorsitzenden. Damit liegt er hinter CDU-Chefin Angela Merkel mit 51 Prozent und dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck (18 Prozent) auf Rang 3. FDP-Chef Guido Westerwelle kommt auf vier Prozent, der CSU-Vorsitzende Erwin Huber auf drei und Grünen-Chefin Claudia Roth auf zwei Prozent. Die Umfrage wurde für die Zeitung "Bild am Sonntag" am vergangenen Dienstag unter 502 Befragten durchgeführt. (küs/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben