Parteien : Weiteres CDU-Mitglied bei NPD-Demo

In der Affäre um Kontakte von CDU-Mitgliedern zu Rechtsextremisten kommt die Union in Mecklenburg-Vorpommern nicht zur Ruhe. Mehrere Mitglieder der Jungen Union seien bei der Veranstaltung dabei gewesen.

SchwerinIn der Affäre um Kontakte von CDU-Mitgliedern zu Rechtsextremisten kommt die Union in Mecklenburg-Vorpommern nicht zur Ruhe. Nach CDU-Angaben und Medienberichten nahm noch mindestens ein weiterer Christdemokrat an einer NPD-Demonstration am 1. Mai in Neubrandenburg teil. Der frühere Vorsitzende der Jungen Union im Kreisverband Wismar-Nordwestmecklenburg, Jan Paulenz, sei auf einem Foto erkannt worden, teilte die CDU-Landtagsfraktion mit. Die "Ostsee-Zeitung" zitierte Paulenz mit der Äußerung, es seien bis zu zwölf Mitglieder der Jungen Union bei der Veranstaltung der Rechtsextremisten dabei gewesen.

Der CDU-Kreisvorstand kündigte ein Ausschlussverfahren gegen Paulenz an, nachdem dieser ein Ultimatum für seinen Parteiaustritt hatte verstreichen lassen. Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Schweriner Christdemokrat Jens-Holger Schneider an der rechtsextremistischen Kundgebung teilgenommen hatte. Mit seinem Parteiaustritt war Schneider einem Ausschlussverfahren zuvorgekommen.

Die CDU sprach von "Einzelfällen verwirrter Menschen". Landeschef Jürgen Seidel sieht keinen Rechtsruck in seinem Landesverband. "Das ist überhaupt nicht der Fall", sagte er dem Radiosender Antenne Mecklenburg-Vorpommern. Die CDU werde "nicht zulassen, dass - wie auch immer - rechtsextremes Gedankengut bei uns einwandert". Paulenz verteidigte sein Verhalten in der "Ostsee-Zeitung". Die NPD sei eine "demokratisch bestätigte Partei. Es ist nicht verboten, an einer solchen Demonstration teilzunehmen." (mit dpa)

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