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Parteiführung : Linken-Vize Kipping sieht "Dynamik der Eskalation" in ihrer Partei

Die stellvertretende Linken-Vorsitzende Katja Kipping hat scharfe Kritik an der Entwicklung ihrer Partei geübt und dafür die Parteichefs maßgeblich mit verantwortlich gemacht.

Klaus Ernst und Gesine Lötzsch als Vorsitzende hätten „die destruktive Dynamik verhindern können, wenn sie produktive Diskussionsangebote gemacht hätten“, sagte Kipping dem Tagesspiegel“. Die Politikerin sagte zum Arbeitsklima in ihrer Partei: „So wie in den letzten Wochen können wir auf keinen Fall weiter werkeln.“ Es gebe eine „Dynamik der Eskalation“, die zu einem „Bumerang für die Linke“ werde.

Zur Frage nach einer neuen Parteiführung sagte Kipping: „Es wird nicht reichen, ein oder zwei Personen an der Spitze auszutauschen. Wir brauchen eine neue Kultur der Verständigung.“ Dabei setze sie Hoffnung auf die Leute, die nach der Parteigründung 2007 eingetreten seien, die also „nicht mehr in den Kategorien Ex-WASG und Ex-PDS denken“. Sie müssten „bei uns eine stärkere Rolle spielen“. Offen ließ die stellvertretende Parteivorsitzende, ob sie sich eine Rückkehr des früheren Vorsitzenden Oskar Lafontaine an die Spitze wünsche. „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, sagte Kipping. „Klar ist: Linkspopulismus kann er.“ Sie sagte aber auch: „Wenn Lafontaines Comeback nur ein Weiter so wäre, hilft uns das nicht aus der Krise.“ Zu einer möglichen eigenen Kandidatur für den Parteivorsitz erklärte Kipping: „Irgendwann wäre das wohl möglich“. Zunächst aber stehe für sie „die Familiengründung im Vordergrund“. (Tsp)

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