Parteigründung : Berlusconi will Italiens Rechte in neuer Partei vereinen

Silvio Berlusconi strebt zurück an die Macht. Um das Mitte-Rechts-Bündnis zu stärken, das ihn zu einem erneuten Wahlerfolg führen soll, will der ehemalige Ministerpräsident die daran beteiligten Parteien zu einer neuen Gesamtpartei zusammenführen.

Berlusconi
Italiens Oppositionsführer Silvio Berlusconi -Foto: ddp

RomDer frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi will eine neue Partei gründen. Unter dem Namen "Partito della libertà" (Partei der Freiheit) solle in Zukunft das gesamte Mitte-Rechts-Lager unter einem Dach vereint werden, berichtete die Zeitung "La Repubblica". Der Name und das Partei-Symbol seien bereits offiziell registriert worden, hieß es. Die 39-jährige Michela Brambilla aus Berlusconis Partei "Forza Italia" werde als Generalsekretärin die neue Partei leiten.

Ziel ist es nach Meinung von Beobachtern, den Zusammenhalt innerhalb des Bündnisses zu stärken und mit der neuen Gesamtpartei in Zukunft wieder in Rom an die Macht zu kommen. Erster Test seien die Kommunalwahlen in Courmayeur im Aostatal im November, bei denen die neue Partei erstmals antreten soll, sagte der Medienunternehmer Berlusconi in seinem Urlaubsort auf Sardinien zu Journalisten. Zuvor hatte er tagelang Gerüchte um die Gründung der Partei der Freiheit als "reine Fantasie" bezeichnet.

Kritik aus den eigenen Reihen

Jedoch gibt es auch Kritik aus den Reihen der Mitte-Rechts-Parteien. "Berlusconi hat eine große Fantasie und das unbestreitbare Talent, mit seinen "Coups de Théâtre" Schwung in die Politik zu bringen. Aber dieses Land muss sich mit ganz anderen Problemen auseinandersetzen", sagte Bruno Tabacci, ein Spitzenpolitiker der christdemokratischen UDC.

Der derzeitige Oppositionschef Berlusconi führt eine Gruppe von mehreren Mitte-Rechts-Parteien, darunter neben Forza Italia auch die Alleanza Nazionale (AN), die Lega Nord und die UDC an. Er hatte 2006 bei den Parlamentswahlen gegen den Chef des Mitte-Links-Lagers Romano Prodi verloren und hat seitdem immer wieder betont, dass er sein Bündnis sobald wie möglich wieder an die Macht bringen will. (mit dpa)

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