Parteireform : CDU will jünger, moderner, weiblicher werden

Die CDU will kommunikativer, moderner und weiblicher werden. Am Montag beschloss der Parteivorstand das Modernisierungsprogramm „Meine CDU2017“.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel zwischen männlichen Polit-Kollegen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel zwischen männlichen Polit-Kollegen.Foto: dpa

Die CDU will kommunikativer, moderner und weiblicher werden. Am Montag beschloss der Parteivorstand ein Modernisierungsprogramm für die Partei, „Meine CDU2017“. Generalsekretär Peter Tauber hatte das Konzept " mit einer Kommission in den vergangenen Monaten erarbeitet, es soll beim Parteitag im Dezember verabschiedet werden.

Im Zentrum stehen eine Erneuerung der Parteistrukturen und zahlreiche Änderungsvorschläge für die Organisation. Das Programm zielt vor allem darauf ab, mehr Mitglieder zu gewinnen und diese stärker an der Parteiarbeit zu beteiligen. Dazu gehört es, den Frauenanteil zu erhöhen, mehr Menschen aus Einwandererfamilien zu gewinnen und die Mitsprache der Mitglieder zu fördern.

Parteieintritt soll beschleunigt werden

Auf allen Ebenen bis hin zum Bundesvorstand soll es künftig gewählte Mitgliederbeauftragte geben. In den Kreisverbänden stehen sie Neumitgliedern als Ansprechpartner zur Verfügung. Bei einem Austritt sollen sie innerhalb von vier Wochen einen Versuch unternehmen, das abtrünnige Mitglied zurückzugewinnen. Der Parteieintritt soll beschleunigt werden, dafür wird die Entscheidungsfrist von acht auf vier Wochen verkürzt. Um die Mitwirkungsmöglichkeiten der Basis zu verbessern, sollen ab Anfang 2017 die Mitglieder die Möglichkeit erhalten, auf Parteitagen Anträge zu Sachfragen zu stellen. Dafür muss ein bestimmtes Quorum erfüllt sein: bei Bundesparteitagen beträgt es 500 Mitglieder.

Bessere Vereinbarkeit mit Beruf und Familie

Ausgeweitet werden sollen zudem die Möglichkeiten, sich digital an der Ausarbeitung von Programmen zu beteiligen. Zuwanderer will die CDU künftig durch mehrsprachige Materialien besser erreichen, für Menschen mit Leseschwäche soll es Materialien in leichter Sprache geben. Gremiensitzungen und Parteiversammlungen sollen zu festen Zeiten beginnen und enden, um die Vereinbarkeit mit Beruf und Familie zu verbessern. Die Umsetzung werde ein Schwerpunkt seiner Arbeit im kommenden Jahr sein, sagte Generalsekretär Tauber. Die CDU müsse sich für die Herausforderungen der Zukunft wappnen. (mit AFP)

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