Politik : Parteispendenskandal: Affären à la mode

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Selbst für die Franzosen, die ihren Politikern so einiges zutrauen, ist das Ausmaß des jüngsten Skandals atemberaubend. Der CDU-Parteispendenskandal kann da schon deshalb nicht mithalten, weil er ganz ohne Glamour auskommen muss. Ein Steuerhinterziehungsgeschäft des Modeschöpfers Karl Lagerfeld! Wie prosaisch wirkt dagegen die politische Landschaftspflege des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber. Aber lachen mögen auch die Franzosen über die Affäre nicht mehr. Der Skandal hat inzwischen beide politische Lager in Frankreich erfasst: Die Neogaullisten, die den Präsidenten stellen, und die Sozialisten, die über die Mehrheit in der Nationalversammlung verfügen. Deren einstiger Hoffnungsträger, Ex-Wirtschaftsminister Dominique Strauss-Kahn, galt selbst nach seinem Rücktritt als Comeback-Kandidat. Die Enthüllungen um Modezar Lagerfeld dürften Strauss-Kahns Saubermann-Image nun endgültig zerstören. Diese letzte Wende des Skandals haben die Franzosen noch nicht gekannt, als sie über die Amtszeit ihrer Präsidenten abstimmten - oder eben nicht abstimmten. Aber vielleicht geahnt. Das Volk traut der Politik alles zu. Nur leider nicht die Fähigkeit, der Korruption zu widerstehen.

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